Deutsch Politik Geschichte Kunst Film Musik Lebensart Reisen
English Politics History Art Film Music Lifestyle Travel
Français Politique Histoire Arts Film Musique Artdevivre Voyages

Index  Advertise  Werbung  Links  Feedback
© Copyright www.cosmopolis.ch  Louis Gerber  All rights reserved.

Kempinski Hotel Atlantic 1968 bis 2004
Weitere Artikel zum Kempinski Hotel Atlantic: 1909 bis 1932 und 1932 bis 1957 sowie zum chinesischen Restaurant Tsao Yang.

Hinzugefügt am 9. Dezember 2013
2012 wurde das komplett renovierte Hotel Atlantic Kempinski Hamburg wieder eröffnet. Es verfügt über 245 Zimmern, darunter 30 Suiten. Sollte ich 2014 erstmals seit 2004 wieder im Atlantic nächtigen, werden neue Eindrücke folgen. Nebenstehend hier erstmals neue Fotos.

Hinzugefügt am 2. Oktober 2010
Die Fertigstellung des ersten Abschnitts der Generalsanierung des Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg wird sich um circa drei Monate verzögern. Geplanter Fertigstellungstermin ist nun März 2011. Das Traditionshotel Atlantic Kempinski in Hamburg wird seit Beginn dieses Jahres für rund 25 Millionen Euro komplett saniert. Dabei werden sämtliche Zimmer und Suiten auf allen vier Stockwerken rückgebaut und entkernt. „Wir bedauern die leichte Verzögerung der Generalsanierung sehr. Leider haben wir bei den Rückbaumaßnahmen in den über einhundertjährigen Gemäuern teilweise andere Bedingungen vorgefunden als bei der Vorplanung erwartet“, so Uwe Klaus, Geschäftsführer der Octavian Hotel Holding GmbH. Die Octavian Hotel Holding GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg ist eine markenunabhängige Hotelgesellschaft, die aktuell sechs Hotels in Deutschland mit rund 1.300 Zimmern betreibt. Zur Gesellschaft gehören die fünf Kempinski Häuser „Bristol“ in Berlin, „Taschenbergpalais“ in Dresden, „Atlantic“ in Hamburg, „Gravenbruch“ in Frankfurt und „Schloss Reinhartshausen“ im Rheingau sowie das „Mercure Parkhotel“ in Görlitz. Sämtliche Aktivitäten der Octavian Hotel Holding GmbH sind in der Octavian King Holdings N.V., Rotterdam, gebündelt.

Hinzugefügt am 27. Mai 2010
Laut Pressemeldungen ist der Miteigentümer des Hotels Atlantic, Dieter Bock, einer der reichsten Deutschen, am 12. Mai beim Abendessen im eigenen Hotel erstickt („Aspiration beim Abendessen“, so die Meldung ohne Details). Das Hotel wird zur Zeit für 25 Millionen Euro renoviert. 2008 wurden dem Atlantic die 5 Sterne entzogen, weil seit längerem nicht mehr richtig investiert wurde. Es verlor zudem die Mitgliedschaft bei den Leading Hotels of the World. Dieter Bock von der Octavian Hotel Holding GmbH wollte das Hotel mit den Investitionen zu neuer Blüte führen.

Artikel vom 14. Januar 2004 
1968 wurde der 1933 in München geborene Karl Theodor Walterspiel neuer Hoteldirektor im Atlantic - er sollte ihm bis 1995 verbunden bleiben. Nach elf Wanderjahren in der Schweiz, Frankreich, England, Venezuela, den USA und im Libanon, wo er in Beirut erstmals ein Hotel führte, übernahm er zuerst das Frankfurter Interconti, ehe er ins Atlantic kam, wo er eine Reihe alter Zöpfe abschnitt. Zu diesen gehörte das unzeitgemässe Lohnsystem. Das Hotel war nicht mehr auf dem neuesten Stand. Von aussen war das nicht ersichtlich, denn es hatte gerade ein neues Kupferdach erhalten. Doch Zimmer, Büros, Küchen, Wirtschafts- und Lagerräume mussten modernisiert werden. Einzig die Gesellschaftsräume, der Mittelpunkt der Hamburger Gesellschaft, fanden Gnade vor Walterspiels Augen.

1969 begann ein Investitionsprogramm, das dem Hotel den alten Glanz zurückbringen sollte. Schalldichte Fenster zur Vorderfront hin schirmten nun die Gäste vor dem stärker gewordenen Autoverkehr ab. Zwei neue Restaurants wurden geplant. Zum 60. Hotelgeburtstag wurde eine neue Bar anstelle des Wintergartens eröffnet. Es wehte ein frischer Wind, der auch das Personal beflügelte, auch wenn einige, nicht zuletzt die Barkeeper, der alten, "schönsten Bar Hamburgs" nachtrauerten. Doch jener Raum wurde später zu einem Tagesrestaurant umgebaut. Das Hotel konnte sich den veränderten Gewohnheiten seiner Gäste nicht verschliessen. Die Belegung stieg 1970 gegenüber dem Vorjahr von 68% auf 79%. Das erregte Aufsehen. Der Direktor regte auch ein einheitliches Rechungswesen für Hotels an, damit Häuser gleicher Kategorie sich vergleichen konnten und nicht mehr beständig am Abgrund wirtschafteten. Vom "Weissen Schloss an der Alster" gingen Impulse für die ganze Branche aus.
 
Der neue Direktor setzte sich auch für die Fremdenverkehrszentrale Hamburgs ein, in deren Vorstand er sass uns zeitweise als Schatzmeister amtete. Später übernahm er den Vorsitz im Fremdenverkehrsausschuss und war jahrelang Plenarmitglied der Handelskammer Hamburg. Nicht zuletzt Walterspiel verdankt es Hamburg, dass es der Stadt gelang, München und Heidelberg in der Prioritätenliste amerikanischer Touristen von der Spitze zu verdrängen.
 
Ab 1969 und für mehrere Jahrezehnte wirkte Küchenchef Claus Köchling an der Aussenalster, der sich als Chef de Partie für die kalte Küche bis an die Spitze der Gastronomie hocharbeitete. Unter ihm lernte Michael Wollenberg im Atlantic, der sich zu einem Spitzenkoch entwickelte.

Nachfolger von Karl Theodor Walterspiel, der bis 1995 im Vorstand der Kempinski AG war, wurde im Atlantic für drei Jahre Werner Kirchhoff, der seinerseits von Herman-Rüdiger von Treskow an der Spitze des Hotels abgelöst wurde. 1993 übernahm Uwe Frommhold nach den branchenüblichen Wanderjahren das Kempinski Hotel Atlantic als Direktor für fünf Jahre. Danach übernahm er die Leitung des Kempinski Hotels Taschenbergpalais in Dresden.

Im Juli 1998 kam Stephan Kaminski als neuer Geschäftsführender Direktor ins Atlantic. Er hatte rund ein Vierteljahrhundert zuvor im Kempinski Hotel Vier Jahreszeiten in München seine Karriere begonnen. Nach Wanderjahren ausserhalb der Gruppe stiess er 1991 wieder zu Kempinski, wo er die Hotels in Moskau und St. Petersburg leitete, ehe er 1998 an die Elbe kam, um dort das Hotel einem "Facelifting" zu unterziehen.

Seit 2001 heisst der Hoteldirektor Sebastian Heinemann. Unter ihm wurden ein Jahr später umfangreiche Renovierungsarbeiten ausgeführt. Die Zimmer, Juniorsuiten und die Hotelhalle wurden erneuert. Eine BMW-Suite wurde eingereichtet, als das Hotel wegen des James Bond-Streifens Tomorrow Never Dies - Der Morgen stirbt nie im weltweiten Rampenlicht stand. Im Juni 2003 schliesslich wurde das chinesische Restaurant Tsao Yang eröffnet. Als der Schreibende das gerade neueröffnete Lokal testete, schaute auch gerade der Hotelstammgast Udo Lindenberg vorbei, der mit seinem Song Sonderzug nach Pankow, einer eindeutigen Aufforderung an Erich Honecker, in die deutsche Musikgeschichte eingegangen ist. 

Das Kempinski Hotel Atlantic bietet mit seinem Grossen Festsaal mit seinen 364 Quadratmetern Parkett ein Forum für glanzvolle Bälle. Ein Höhepunkt der hanseatischen Ballsaison ist der jährliche "Ball über den Wolken." Viele weitere Bälle und Veranstaltungen, so der Hamburger Presseball, finden regelmässig im Atlantic statt.

Als der Pianist Vladimir Horowitz noch nicht weltberühmt war, spielte er im Grossen Festsaal des Atlantic. Als am folgenden Tag ein Klaviervirtuose sein Konzert in der Musikhalle kurzfristig absagte, bat man Horowitz, für ihn einzuspringen. Der "Ersatzmann" begeisterte das Hamburger Publikum - und förderte dadurch seine Karriere.

Der 1922 gegründete exklusive Übersee-Club hat seit 1970 sein Domizil im Amsinck-Palais am Neuen Jungfernstieg. Seit dem Umzug hat das Atlantic Hotel die gastronomische Leitung des Klubs inne, in dem sich ein Grossteil der Elite der Hanseaten trifft und dazu regelmässig hochkarätige Redner zum Dinner einlädt, darunter John Maynard Keynes, Oswald Spengler, Gustav Stresemann, François Mitterrand, Bruno Kreisky, alle deutschen Bundeskanzler, alle Hamburger Bürgermeister und viele andere.

Viele dieser Redner waren auch im Hotel Atlantic zu Gast. Überhaupt liest sich die Gästeliste des Hotels wie ein Who-Is-Who. Hier ein kleiner Auszug: der Träger des Nobelpreises für Literatur von 1913, Rabindranath Tagore, der König von Siam, der Kaiser von Japan, Kaiser Haile Selsassie von Äthiopien, der Schah von Persien (eigentlich Iran) mit seiner Frau Soraya sowie später mit seiner dritten Frau Farah Diba, Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter Gustaf Gründgens, General Charles de Gaulle, der mindestens ein 2,20 Meter Bett brauchte und ein 2,30 Meter Bett bekam. Michael Jackson kam mit einem Stab von 300 Personen nach Hamburg, die auf verschiedene Hotels verteilt wurden. Er selbst residierte im Atlantic, wo er zusammen mit Begleitpersonen dreissig Zimmer belegte.

Eine kleine Auswahl weiterer Gäste: die Sänger und Musiker Luciano Pavarotti, Leonard Cohen, Paul McCartney, Madonna, die Schauspieler Marlene Dietrich, Kim Basinger, Peter O'Toole, Sean Connery, Michael Douglas, der Magier David Copperfield, die Schriftstellerin Isabel Allende, der Modemacher Nino Cerrutii, Präsident Václav Havel. Tiger Woods wohnte im Atlantic, als er am Deutsche Bank - SAP Open 2003 auf Gut Kaden teilnahm, wo ihn der Schreibende zweieinhalb Golfrunden auf Schritt und Tritt verfolgte.
 
Weitere Artikel zum Kempinski Hotel Atlantic Hamburg: Geschichte 1909-1932 und 1932-1957 sowie zum 2003 eröffneten chinesischen Restaurant Restaurant Tsao Yang.


Ein renoviertes Deluxe Zimmer mit Alsterblick. Photo Dezember 2013 © Hotel Atlantic Kempinski Hamburg.
 
 


Hotelansicht von der Aussenalster her. Photo Dezember 2013 © Hotel Atlantic Kempinski Hamburg.


Das Atlantic Restaurant. Photo Dezember 2013 © Hotel Atlantic Kempinski Hamburg.


Das Hotelatrium bei Tag. Fotos 2004 © Hotel Atlantic Kempinski Hamburg.

Quelle, Literatur
Das Atlantic Hotel zu Hamburg 1909-1999. Herausgegeben vom Kempinski Hotel Atlantic Hamburg, 269 Seiten.


Superior Suite mit Alsterblick. Foto hinzugefügt im Dezember 2013 © Hotel Atlantic Kempinski Hamburg.



Deutsch Politik Geschichte Kunst Film Musik Lebensart Reisen
English Politics History Art Film Music Lifestyle Travel
Français Politique Histoire Arts Film Musique Artdevivre Voyages

Index  Advertise  Werbung  Links  Feedback
© Copyright www.cosmopolis.ch  Louis Gerber  All rights reserved.