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Kempinski Hotel
Atlantic 1968 bis 2004
Weitere Artikel zum Kempinski Hotel Atlantic: 1909
bis 1932 und 1932
bis 1957 sowie zum chinesischen
Restaurant
Tsao Yang.
Hinzugefügt am 2. Oktober 2010
Die Fertigstellung des ersten Abschnitts der
Generalsanierung des Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg wird sich um circa drei
Monate verzögern. Geplanter Fertigstellungstermin ist nun März 2011. Das Traditionshotel Atlantic Kempinski in Hamburg
wird seit Beginn dieses Jahres für rund 25 Millionen Euro komplett saniert.
Dabei werden sämtliche Zimmer und Suiten auf allen vier Stockwerken
rückgebaut und entkernt. „Wir bedauern die leichte Verzögerung der Generalsanierung
sehr. Leider haben wir bei den Rückbaumaßnahmen in den über
einhundertjährigen Gemäuern teilweise andere Bedingungen vorgefunden als bei
der Vorplanung erwartet“, so Uwe Klaus, Geschäftsführer der Octavian Hotel
Holding GmbH. Die Octavian Hotel Holding GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg ist
eine markenunabhängige Hotelgesellschaft, die aktuell sechs Hotels in
Deutschland mit rund 1.300 Zimmern betreibt. Zur Gesellschaft gehören die
fünf Kempinski Häuser „Bristol“ in Berlin, „Taschenbergpalais“ in Dresden,
„Atlantic“ in Hamburg, „Gravenbruch“ in Frankfurt und „Schloss
Reinhartshausen“ im Rheingau sowie das „Mercure Parkhotel“ in Görlitz. Sämtliche Aktivitäten der Octavian Hotel
Holding GmbH sind in der Octavian King Holdings N.V., Rotterdam, gebündelt.
Hinzugefügt am 27. Mai 2010
Laut Pressemeldungen ist der
Miteigentümer des Hotels Atlantic, Dieter Bock, einer der reichsten Deutschen,
am 12. Mai beim Abendessen im eigenen Hotel erstickt („Aspiration beim
Abendessen“, so die Meldung ohne Details). Das Hotel wird zur Zeit für 25
Millionen Euro renoviert. 2008 wurden dem Atlantic die 5 Sterne entzogen, weil
seit längerem nicht mehr richtig investiert wurde. Es verlor zudem die
Mitgliedschaft bei den Leading Hotels of the World. Dieter Bock von der Octavian
Hotel Holding GmbH wollte das Hotel mit den Investitionen zu neuer Blüte führen.
Artikel vom 14. Januar 2004
1968 wurde der 1933 in München geborene
Karl Theodor Walterspiel neuer Hoteldirektor im Atlantic - er sollte ihm bis
1995 verbunden bleiben. Nach elf Wanderjahren in der Schweiz, Frankreich, England,
Venezuela, den USA und im Libanon, wo er in Beirut erstmals ein Hotel führte,
übernahm er zuerst das Frankfurter Interconti, ehe er ins Atlantic kam, wo er
eine Reihe alter Zöpfe abschnitt. Zu diesen gehörte das unzeitgemässe
Lohnsystem. Das Hotel war nicht mehr auf dem neuesten Stand. Von aussen war
das nicht ersichtlich, denn es hatte gerade ein neues Kupferdach erhalten.
Doch Zimmer, Büros, Küchen, Wirtschafts- und Lagerräume mussten
modernisiert werden. Einzig die Gesellschaftsräume, der Mittelpunkt der
Hamburger Gesellschaft, fanden Gnade vor Walterspiels Augen.
1969 begann ein
Investitionsprogramm, das dem Hotel den alten Glanz zurückbringen sollte.
Schalldichte Fenster zur Vorderfront hin schirmten nun die Gäste vor dem stärker
gewordenen Autoverkehr ab. Zwei neue Restaurants wurden geplant. Zum 60.
Hotelgeburtstag wurde eine neue Bar anstelle des Wintergartens eröffnet. Es
wehte ein frischer Wind, der auch das Personal beflügelte, auch wenn einige,
nicht zuletzt die Barkeeper, der alten, "schönsten Bar Hamburgs"
nachtrauerten. Doch jener Raum wurde später zu einem Tagesrestaurant
umgebaut. Das Hotel konnte sich den veränderten Gewohnheiten seiner Gäste
nicht verschliessen. Die Belegung stieg 1970 gegenüber dem Vorjahr von 68%
auf 79%. Das erregte Aufsehen. Der Direktor regte auch ein einheitliches
Rechungswesen für Hotels an, damit Häuser gleicher Kategorie sich
vergleichen konnten und nicht mehr beständig am Abgrund wirtschafteten. Vom
"Weissen Schloss an der Alster" gingen Impulse für die ganze
Branche aus.
Der neue Direktor setzte sich auch für die Fremdenverkehrszentrale Hamburgs
ein, in deren Vorstand er sass uns zeitweise als Schatzmeister amtete. Später
übernahm er den Vorsitz im Fremdenverkehrsausschuss und war jahrelang
Plenarmitglied der Handelskammer Hamburg. Nicht zuletzt Walterspiel verdankt
es Hamburg, dass es der Stadt gelang, München und Heidelberg in der
Prioritätenliste amerikanischer Touristen von der Spitze zu verdrängen.
Ab 1969 und für mehrere
Jahrezehnte wirkte Küchenchef Claus Köchling an der Aussenalster, der sich
als Chef de Partie für die kalte Küche bis an die Spitze der Gastronomie
hocharbeitete. Unter ihm lernte Michael Wollenberg im Atlantic, der sich zu
einem Spitzenkoch entwickelte.
Nachfolger von Karl Theodor Walterspiel, der bis 1995 im Vorstand der
Kempinski AG war, wurde im Atlantic für drei Jahre Werner Kirchhoff, der
seinerseits von Herman-Rüdiger von Treskow an der Spitze des Hotels abgelöst
wurde. 1993 übernahm Uwe Frommhold nach den branchenüblichen Wanderjahren
das Kempinski Hotel Atlantic als Direktor für fünf Jahre. Danach übernahm
er die Leitung des Kempinski Hotels Taschenbergpalais in Dresden.
Im Juli 1998 kam Stephan Kaminski als neuer Geschäftsführender Direktor ins
Atlantic. Er hatte rund ein Vierteljahrhundert zuvor im Kempinski Hotel Vier
Jahreszeiten in München seine Karriere begonnen. Nach Wanderjahren ausserhalb
der Gruppe stiess er 1991 wieder zu Kempinski, wo er die Hotels in Moskau und
St. Petersburg leitete, ehe er 1998 an die Elbe kam, um dort das Hotel einem
"Facelifting" zu unterziehen.
Seit 2001 heisst der Hoteldirektor Sebastian Heinemann. Unter ihm wurden ein
Jahr später umfangreiche Renovierungsarbeiten ausgeführt. Die Zimmer,
Juniorsuiten und die Hotelhalle wurden erneuert. Eine BMW-Suite wurde
eingereichtet, als das Hotel wegen des James
Bond-Streifens Tomorrow Never Dies - Der Morgen stirbt nie im weltweiten Rampenlicht stand. Im Juni 2003
schliesslich wurde das chinesische Restaurant
Tsao Yang eröffnet. Als der Schreibende das gerade neueröffnete Lokal testete, schaute
auch gerade der Hotelstammgast Udo
Lindenberg vorbei, der mit seinem Song Sonderzug nach Pankow, einer
eindeutigen Aufforderung an Erich
Honecker, in die deutsche Musikgeschichte eingegangen ist.
Das Kempinski Hotel Atlantic bietet mit seinem Grossen Festsaal mit seinen 364
Quadratmetern Parkett ein Forum für glanzvolle Bälle. Ein Höhepunkt der
hanseatischen Ballsaison ist der jährliche "Ball über den Wolken."
Viele weitere Bälle und Veranstaltungen, so der Hamburger Presseball, finden
regelmässig im Atlantic statt.
Als der Pianist Vladimir Horowitz noch nicht weltberühmt war, spielte er im
Grossen Festsaal des Atlantic. Als am folgenden Tag ein Klaviervirtuose sein
Konzert in der Musikhalle kurzfristig absagte, bat man Horowitz, für ihn
einzuspringen. Der "Ersatzmann" begeisterte das Hamburger Publikum -
und förderte dadurch seine Karriere.
Der 1922 gegründete exklusive Übersee-Club hat seit 1970 sein Domizil im
Amsinck-Palais am Neuen Jungfernstieg. Seit dem Umzug hat das Atlantic Hotel
die gastronomische Leitung des Klubs inne, in dem sich ein Grossteil der Elite
der Hanseaten trifft und dazu regelmässig hochkarätige Redner zum Dinner
einlädt, darunter John Maynard Keynes, Oswald Spengler, Gustav Stresemann, François
Mitterrand, Bruno Kreisky, alle deutschen Bundeskanzler, alle
Hamburger Bürgermeister und viele andere.
Viele dieser Redner waren auch im Hotel Atlantic zu Gast. Überhaupt liest
sich die Gästeliste des Hotels wie ein Who-Is-Who. Hier ein kleiner Auszug: der Träger des
Nobelpreises für Literatur von 1913, Rabindranath Tagore, der König von
Siam, der Kaiser von Japan, Kaiser
Haile Selsassie von Äthiopien, der Schah von Persien (eigentlich Iran) mit
seiner Frau Soraya sowie später mit seiner dritten Frau Farah Diba, Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter Gustaf Gründgens, General
Charles de Gaulle, der mindestens ein 2,20 Meter Bett brauchte und
ein 2,30 Meter Bett bekam. Michael Jackson kam mit einem Stab von 300
Personen nach Hamburg, die auf verschiedene Hotels verteilt wurden. Er selbst
residierte im Atlantic, wo er zusammen mit Begleitpersonen dreissig Zimmer
belegte.
Eine kleine Auswahl weiterer Gäste: die Sänger und Musiker Luciano
Pavarotti, Leonard
Cohen, Paul McCartney, Madonna,
die Schauspieler Marlene Dietrich, Kim Basinger, Peter
O'Toole, Sean
Connery, Michael Douglas, der Magier David Copperfield, die
Schriftstellerin Isabel Allende, der Modemacher Nino Cerrutii, Präsident
Václav Havel. Tiger Woods wohnte im Atlantic, als er am Deutsche Bank - SAP
Open 2003 auf Gut Kaden teilnahm, wo ihn der Schreibende zweieinhalb
Golfrunden auf Schritt und Tritt verfolgte.
Weitere Artikel zum Kempinski Hotel Atlantic Hamburg: Geschichte 1909-1932
und 1932-1957
sowie zum 2003 eröffneten chinesischen Restaurant Restaurant
Tsao Yang.

Blick in ein Musterzimmer. So in etwa werden die Zimmer noch der Renovierung
Ende 2010 aussehen. Foto © Hotel Atlantic Kempinski Hamburg.
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Das Hotelatrium bei Tag. Fotos © Hotel Atlantic Kempinski Hamburg.
Quelle, Literatur
Das Atlantic Hotel zu Hamburg 1909-1999. Herausgegeben vom Kempinski
Hotel Atlantic Hamburg, 269 Seiten.

Das Atlantic von der Aussenalster her gesehen. Foto © Hotel Atlantic Kempinski
Hamburg.

Blick in ein Musterzimmer. So in etwa werden die Zimmer noch der Renovierung
Ende 2010 aussehen. Foto © Hotel Atlantic Kempinski Hamburg.
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