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Excelsior Hotel Ernst
Hotelkritik, Geschichte, Fotos

Artikel vom 5. Februar 2006
 
Seit dem 16. Mai 1863 empfängt das Excelsior Hotel Ernst in Köln Gäste in edlem Ambiente in den Stilen Louis XV. und Louis XVI. Auch heute noch wird das am Dom gelegene Haus als klassisches Grand Hotel geführt. Der Erbauer und Erstbesitzer Carl Ernst, "Königlicher Hofrestaurateur am Zentralbahnhof", verkaufte sein Hotel Ernst 1871 an Friedrich Kracht. Dieser deutschstämmige, in Belgien ansässige Bürger musste in den deutsch-französischen Kriegswirren von Brüssel nach Köln fliehen. Doch auch ihm blieb eine lange Leitung des Hotels versagt, den bereits vier Jahre nach der Übernahme des Hauses starb er. Seine Frau und sein Sohn Carl führten das Grand Hotel weiter. Da die Familie Kracht mittlerweile zur Kölner Gesellschaft gehörte, konnte Carl 1884 das populäre Amt des Prinzen im Kölner Karneval übernehmen. Bereits damals stiegen im luxuriösen Grand Hotel illustre Gäste wie der deutsche Kaiser Wilhelm I. ab, der von seinem Zimmer aus die Feier zur Vollendung des Kölner Doms verfolgte.

Carl Kracht zog es 1889 nach Zürich, wo er Emma Pauline Baur ehelichte und so in eine der bedeutenden schweizerischen Hotelierfamilien einheiratete. Die Baurs führten damals sowohl das Grand Hotel Baur au Lac wie auch das Savoy Baur en Ville. Ein Jahr nach seiner Heirat übergab Carl Krachts Mutter ihm und seiner Schwester Hermine Brinkhaus, geborene Kracht, das Hotel Ernst. Die Geschwister gründeten daraufhin eine GmbH, aus der Hermine drei Jahre später ausschied und Carl so zum Alleinbesitzer aufstieg, jedoch weiterhin in Zürich wohnen blieb, wo er das traditionsreiche Hotel Baur au Lac führte. 1905 berief er Friedrich Feime zum Direktor des Hotel Ernst in Köln.

Von 1908 bis 1910 wurde das Hotel Ernst in Rekordzeit abgerissen und als Excelsior Hotel Ernst wieder aufgebaut, um so den Gästen aus Adel, Industrie und Politik den neuesten Komfort eines Fünf-Sterne Hauses bieten zu können. Von den 250 Zimmern hatten nun 100 ein privates Bad, zu einer Zeit, in der "fliessendes Wasser" noch immer etwas Besonderes war.

Bereits 1918 wurde dem Hotel sein guter Ruf insofern zum Verhängnis, als es von der britischen Besatzungsmacht zum Hauptquartier auserwählt. wurde. Die britischen Offiziere blieben geschlagene acht Jahre im Haus, während denen der Hotelbetrieb natürlich ruhte. Nach dem Abzug der Truppen musste die Luxusherberge erneut renoviert werden. Am 31. Dezember 1926 wurde das am Kölner Dom gelegene fünf Sterne Excelsior Hotel Ernst wieder eröffnet, erneut von Friedrich Reime, der es bis zu seinem Tod 1938 leitete.

Während dem Zweiten Weltkrieg kam der Hotelbetrieb erneut weitgehend zum Erliegen. Nach Kriegsende bemühte sich die Familie Kracht, das Haus so rasch wie möglich instand zu setzen. In diesen schwierigen Jahren wurde es von Max Mattheus geführt, auf den im März 1958 Hoteldirektor Erico Geweyer folgte, der dreizehn Jahre lang die Geschicke des Hauses leiten sollte. Im Gelang es während der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders den Grundstein für das heutige Ansehen des traditionsreichen Grand Hotels zu legen.

Nach dem Tod von Erico Geweyer 1971 übernahm Siegfried Breunig 1972 die Leitung des Excelsior Hotel Ernst. Er führte zahlreiche Renovierungsmassnahmen und Umbauten aus, so in der Empfangshalle und in der Telefonzentrale. Zudem wurden die Piano Bar und die Konferenzräume neu gestaltet.

1986 wurde das Hotel um einen Anbau mit 29 exklusiven Apartments und Doppelzimmern vom renommierten Architekten Siegwart Graf Pilati aus München erweitert. Nach dem Tod von Siegfried Breunig im November 1994 übernahm Charles Roulet, ein Mitglied der Inhaberfamilie Kracht-Roulet, kommissarisch die Geschäftsleitung, ehe im Juni 1995 Manfred Brennfleck als neuer Direktor des Excelsior Hotel Ernst eingesetzt wurde.

Der Gault Millau zeichnete Manfred Brennfleck 2002 als Hotelier des Jahres aus, der Feinschmecker kürte das Traditionshaus zum besten Hotel Deutschlands, und die American Academy of Hospitality Sciences verlieh ihm den prestigereichen International Five Star Diamond Award. Brennflecks Devise war: "Gut ist nie gut genug." Bald danach machte er sich mit dem Kauf des Bitzerhofs selbständig.

Von Juni 2003 bis Mai 2004 leitete Robert A. Schaller die Geschicke des Hauses, ehe der heutige Direktor Wilhelm Luxem das Traditionshotel mit seinen 152 Zimmern und Suiten übernahm. Der neue General Manager leitete zuvor unter anderem das Oberoi Resort auf Mauritius. Er hat ein neues Team (Verkaufs- und Marketingleiter, Food & Beverage Chef sowie Controller) um sich gescharrt, mit dem er die Zukunft gestalten möchte. Auf die weitere Entwicklung des Hauses sind wir gespannt.

Als der Schreibende im Januar 2006 im Excelsior Hotel Ernst weilte, war das Gourmetrestaurant Hanse Stube mit seinen 16 Punkten bei Gault Millau gerade in between chefs. Im Februar wird ein neuer, herausragender Küchenchef erwartet, dessen Name jedoch noch ein Geheimnis ist. Voraussichtlich im September wird Cosmopolis das Restaurant testen.

Ebenfalls angetan war der Schreibende von einem Mittagessen im zweiten Hotelrestaurant, dem taku, das asiatische Spezialitäten von Japan über China bis nach Thailand und Vietnam bietet. Eine Kritik hierzu dürfte ebenfalls im September 2006 folgen. Dass die Minibar complimentary ist, realisierte er allerdings erst beim Auschecken. Ausgiebig machte er zudem vom im September 2000 eröffneten Fitness- und Wellnessbereich im obersten Stock Gebrauch.

Das Excelsior Hotel Ernst in der Trankgasse 1-5 am Domplatz bietet Diskretion, unaufdringlichen Luxus und einen Service alter Schule mit 180 Angestellten für 152 Zimmer. Über Gäste wie die Politiker Henry Kissinger und Helmut Schmidt oder Popstars wie Sir Elton John oder Bruce Springsteen erfahren Presse und Fans bestenfalls im nachhinein etwas. Wer Ruhe in zentraler Lage sucht, liegt hier richtig.

Siehe auch den Artikel zum Dom Hotel Le Meridien in Köln.


Die gotische Kathedrale gegenüber dem Hotel. Photo © Excelsior Hotel Ernst.


Die Piano Bar. Photo © Excelsior Hotel Ernst. - Bücher zu Köln bei Amazon.de.


Die unter Denkmalschutz stehende Fassade. Photo © Excelsior Hotel Ernst.


Blick in eine Suite. Photo © Excelsior Hotel Ernst. - Bücher zu Köln bei Amazon.de.


Ein Zimmer. Photo © Excelsior Hotel Ernst.


Der Gobelin Saal. Hier wird das Frühstück serviert. Photo © Excelsior Hotel Ernst.



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