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Sofitel Munich Bayerpost
Artikel vom 17. Januar 2013

Geschichte und Design
  
Wie der Hotelname schon andeutet, befindet sich das Sofitel Munich Bayerpost im ehemaligen Postgebäude der Königlich-Bayerischen Post direkt am Hauptbahnhof, was die Anreise für Bahnreisende auf eine Minute reduziert. An die alte Post erinnern noch Stempel in einem Schaukasten am Haupteingang.

Die Münchneer Architekten Fred Angerer und Gerald Hadler entkernten das denkmalgeschützte Gebäude im Neo-Hochrenaissance-Stil Italiens, um das ursprüngliche Konzept der weiten Flächen und hohen Geschosse wieder herzustellen. Anstelle des Nordflügels anstand ein Neubau, der rund die Hälfte der Zimmer und Suiten beherbergt. Die Innenausstattung übernahm der Designer Harald Klein.

In das denkmalgeschützte Postgebäude hinein wurde in Kubus gestellt, in dem sich die Lobby befindet. Sie besteht aus einer orangefarben illuminierten Glaskonstruktion. Naturmaterialen wie Stein, edle Hölzer und Leder werden mit Glas, Lack und Chrom zusammengeführt. In der Lobby finden übrigens regelmässig wechselnde Kunstausstellungen statt.

Nur nebenbei bemerkt, das Sofitel Munich Bayerpost besitzt den grössten säulenfreien Saal in ganz Münchens. Er fasst 800 Personen und wird eifrig für Kongresse, Hochzeiten und andere Anlässe gebucht.

Die Geschichte des Sofitel Munich Bayerpost beginnt mit der Eröffnung im August 2004. Zu den Höhepunkten des Innenlebens gehören die Themensuiten. Besonders angetan hatte es mir bei meinem Aufenthalt 2012 die Opera Suite Les Fleurs du Mal, deren Konzept als
poésie noire umschrieben wird, inspiriert von der tiefgründigen Lyrik von Charles Baudelaire.

Mit der Gedichtsammlung Les Fleurs du Mal ging der Dichter in die Literaturgeschichte ein. Den Hotelgästen geht es sicher besser als Charles Baudelaire, der wegen Drogen, Alkohol und Syphilis nach mehreren Schlaganfällen bereits mit 46 Jahren verstarb. Die Opera Suite
Les Fleurs du Mal bietet Dramatik, Mystik, florale Motive und neobarocke Stilelemente auf 90 Quadratmetern in einem kombinierten Wohn- und Schlafraum im urbanen Crossover-Stil.

Der zentrale Badkubus ist mit einer schwarz-weissen Blumentapete verkleidet. Die restlichen Wände der
Opera Suite Les Fleurs du Mal sind mit einer grauen Textiltapete ausgestattet. Der violette Teppichboden trifft auf Einbaumöbel in dunkelviolettem, weissem und orangenem Laminat. Integrierte Lichtfugen erhellen die Szenerie. Die Möbel stammen vom niederländischen Designhaus Moooi.

Das Design der Loft Suite West 1 bietet Rétro-Chic auf 56 Quadratmetern verteilt auf zwei Etagen in einer Maisonette Ecksuite. Weiss, Rot, Orange, Braun und Beige dominieren bei den Farben, Glas Metall und Beton bei den Materialien.

Die Opera Suite Les Alpes ist eine zeitgenössische, ironische Interpretation einer süddeutsche Almhütte. Die Suite ist vollständig mit weissen Holzpanelen ausgekleidet. Traditionelle Materialien wie Holz und Leder treffen auf goldene Oberflächen und hinterleuchtete Kunst. Beim Eingang grüsst den Gast eine Fototapete mit mannsgrossen Grashalmen.

Wen es nach noch mehr Platz drängt, sollte die Imperial Suite Pearl mit ihren 80 Quadratmetern im New Hollywood-Look buchen. Das Schlafzimmer ist in warmen Farbtönen. Die Imperial Suite Pearl verfügt über eine Deckenhöhe von bis zu 6 Metern sowie über eine Geheimtür, Inspiriert wurde die Einrichtung von Hollywood-Klassikern mit Grace Kelly. Extravagant und zeitlos kann sich hier Frau wie eine Diva fühlen.

Wer es lieber orientalisch mag, sollte sich in der Opera Suite Sheherazade mit einem rundem Bett, grossen Sofas und einem Wohlfühlbad im Hamam-Stil niederlassen. Die Farben der 90 Quadratmeter-Suite werden mit Curry, Safran, Henna und Granatapfel umschrieben. Rote und goldene Tapeten werden mit einem biege-goldenen Teppich kombiniert. Ebenholzschwarzes Mobiliar, arabische Dekorationen und zeitgenössische, grossformatige Fotokunst, eine orientalische Bauchtänzerin darstellend, runden das Bild ab, das den Gast in die Welt von 1001 Nacht entführt.

Wer immer noch unter Platzangst leidet, kann das Magnificent Apartment Oyster buchen. Die grösste Suite des Sofitel Munich Bayerpost entstand 2009 und bietet auf 175 Quadratmetern eine elegante, urbane Atmosphäre, die, falls gewünscht, mit einem angrenzendem Superior Zimmer verbunden werden kann. Die Farbtöne umfassen vor allem Weinrot, Violett, Grau und Weiss. Bei den Materialien dominieren Naturstein, weisses Leder, farbiges Glas und Corian, ein Verbundwerkstoff der Firma DuPont, aus dem der weisse Esstisch besteht. Bang & Olufsen Technologie steht im TV- und Hifi-Bereich zur Verfügung, dessen Glanzlicht eine 13 Quadratmeter grosse Monitorwand für Filme und Präsentationen bildet. Das Kunstkonzept des Oyster Appartements beinhaltet Bilder aus dem Film Tampopo.

Ich war 2012 im empfehlenswerten Luxury Room 748 mit separater Dusche und Badewanne zu Gast im siebten Stock, der 2012 vollständig renoviert wurde. Rot-violette Lampen und die Glaswand vom Bad zum Bett hin blieben in guter Erinnerung.

Das Design in den insgesamt 57 Suiten und 339 Zimmern im Sofitel Munich Bayerpost ist vielfältig, wie in wohl kaum einem anderen Münchner Luxushotel. Alle Zimmer und Suiten verfügen über ein mobiles Telefon, Voice Mail, High-Speed-Internet, Wifi, Flatscreen TV, iPod-Docking Station, ein Bose Wave Soundsystem  und eine Nespresso-Kaffeemaschine.

Im Fitnessraum des Spabereiches fehlte mir lediglich ein Gerät zum Training der Brustmuskeln. Der Wellness-Bereich bietet zudem ein Schwimmbad (12m), eine Sauna sowie Massageräume und Zimmer für Kosmetik-Anwendungen.



Das Restaurant Schwarz & Weiz

Das Restaurant Schwarz & Weiz war eine echte Entdeckung für mich. Versteckt im hinteren Teil des Gebäudes, ist es den meisten Gästen nur vom Frühstück her bekannt. Es erstreckt sich über drei Ebenen und bietet Platz für rund 160 Gäste.

Küchenchef Sascha Baum setzt auf einen möglichst unverfälschten Geschmack. Er lässt die Produkte für sich selbst sprechen. Als ich das Restaurant Schwarz & Weiz besuchte, war der eigentliche Küchenchef bei einer grossen Gala involviert, weshalb mein Koch der Berliner Adrian Schelske (*1980) war, ein Chef-de-partie, der auf Gourmetniveau kochte!

Der Maître d'hôtel Dominique Faucheux stammt aus der Champagne, genauer aus der Nähe von Reims, und schwört auf Gosset. Daher begann ich mein Abendessen mit einem Glas Gosset Grande Réserve Brut, einem empfehlenswerten Champagner. Als Gruss aus der Küche kam für den Vegetarier ein Fenchelragout mit schwarzen Oliven und Orange, der vielversprechend war. Mehrere Brotsorten wurden mit Fassbutter und Karotten-Limonen-Kompott gereicht.

Auf Empfehlung des Sommeliers probierte ich einen Engelgarten 1er Cru von Marcel Deiss aus Bergheim. Es ist eine Mélange aus Riesling, Pinot Gris, Muscat, Pinot Noir und Beurot, die der Elsässer anbietet, wobei der Riesling dominiert. Als ich nach einem mineralischeren Riesling fragte, brachte mir der Sommelier einen klassisch-mineralischen Riesling, eine Spätlese trocken 2008 Würzburger Stein von der Hofkellerei Würzburg. Dieser Weisswein gefiel mir besser. Nichts extravagantes. Einfach, aber gut.

Auf meinem vegetarisches Menü stand nun ein Löwenzahnsalat mit bissfesten, süss-knackigen Erbsen und Ziegenkäse sowie hauchdünn gerollten Karotten mit Käse dazwischen. an. Honig, Thymian und einige andere Kräuter komplettierten diesen ersten, leichten Gang. Der Ziegenkäse, ein französischer Picandou, war fast flüssig, leicht gratiniert und schmeckte keinesfalls penetrant.

Eine Radieschen Kaltschale mit Senfgurken folgte, mit Crème fraîche, Dill, Charlotten, Essig und ein wenig Salz abgeschmeckt. Das Resultat war geschmacksstark.

Ein Tahini Joghurt mit einem Couscous folgte. Sesame Paste mit Joghurt, Zitronensaft, Kreuzkümmel, Couscous und Paprika wurde in Reiseblätter eingewickelt serviert. Die Sesame-Taschen waren mit Tahini-Blüten dekoriert, das Joghurt rundherum auf dem Teller. Ausgezeichnet.

Pfifferling-Maultaschen mit Spinat folgten als Hauptgang. Sie wurden mit trockenen Tomaten an brauner Butter serviert. Eine gutbürgerlicher Gang.

Zum Dessert versuchte ich eine Interpretation der Erdbeere, mit Erdbeersalat, Erdbeermousse, Erdbeergelee und einem Erdbeertörtchen mit einem Baukuchenmantel. Ein Sorbet durfte zum Abschluss nicht fehlen.

Der Maître d'hôtel Dominique Faucheux wies mich auf den Käsewagen hin, der in Zusammenarbeit mit zwei ausgezeichneten Affineuren zusammengestellt wird, Herrn Waldmann aus Erlangen und Frau Hoffmann aus Bad Tölz. Rund 20 Käse lagen zur Auswahl bereit. Ich entschied mich für ein Stück Camembert von François Durand aus der Normandie. Die von Affineuren verfeinerten Käse im Sofitel in München haben nichts gemein mit den Produkten, die sie im Supermarkt finden können. Probieren lohnt sich! Das Restaurant Schwarz & Weiz ist ein echter Geheimtipp.


Die Isarbar im Erdgeschoss verfügt über eine Terrasse. Fragen sie nach einem Schokoladen-Rum Cocktail, einem Hot Berries oder einem Jaffa Sour! Photo © Sofitel Munich Bayerpost. Bücher zu München bei Amazon.de.


Aussenansicht des Luxushotels. Photos Copyright © Sofitel Munich Bayerpost.




Die Opera Suite Les Fleurs du Mal. Photos Copyright © Sofitel Munich Bayerpost.


Die Opera Suite Les Fleurs du Mal. Photos Copyright © Sofitel Munich Bayerpost.
Bücher zu München bei Amazon.de.


Das Schlafzimmer der Opera Suite Les Fleurs du Mal. Photos Copyright © Sofitel Munich Bayerpost.




Die Sheherazade Opera Suite. Photos Copyright © Sofitel Munich Bayerpost.


Blick in ein Badezimmer. Photos Copyright © Sofitel Munich Bayerpost.


Die Bibliothek mit offenem WLAN. Photos Copyright © Sofitel Munich Bayerpost.
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