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Le Bristol
Paris
Das Hotel und seine Geschichte
Artikel vom 12. April 2005
Was ein Luxushotel wirklich wert ist, zeigt sich
beim Service. Keine Viertelstunde nach der Inbesitznahme von Zimmer 926 im Hôtel Le Bristol Paris
erhielt der Schreibende seine durch die Reise schwer
ramponierten englischen Schuhe neu eingecremt und auf Hochglanz poliert
zurück.
Le Bristol gehört zu den ersten Adressen in Paris. Im Gegensatz zu den
meisten anderen Luxushotels der französischen Hauptstadt ist es sehr diskret
und wird daher auch hôtel du silence genannt. Wer
hier absteigt, sucht keine Publizität.
Doch das Bristol steht nicht etwa
am Ende der Welt, sondern an der Modemeile rue du Faubourg-Saint-Honoré,
die seit den 1880er Jahren, als sich der Sattler Hermès und die
Modeschöpferin Jeanne Lanvin an der Strasse niederliessen, weltweite Bewunderung
geniesst. Nur
wenige Schritte vom Hotel entfernt befindet sich der 1718 von C. Mollet
erbaute Elysée-Palast, seit 1873 der Amtssitz des
französischen Präsidenten.
Im April 1925 eröffnet, atmen die Hotelfassade und Details im Innern noch die
Luft des Art Déco, wenn auch später stilistisch auf Louis XV und Louis XVI
umgestellt wurde.
Der Hotelgründer, Hippolyte Jammet, stammte aus einer Gastronomenfamilie. Sein Onkel Michel war
Chefkoch des irischen Vizekönigs, sein Vater François
führte Le Boeuf à la mode in Paris, eines der berühmtesten
Restaurants der Hauptstadt, das 1792 eröffnet worden war.
Hippolyte wurde 1893 in der Wohnung über dem Boeuf à la mode geboren.
Er reiste 1905 mit seinem Vater nach Dublin, denn der half dort seinem Bruder
das Restaurant Jammet's zu eröffnen, das die feinste Adresse der Stadt
werden sollte, in dem Künstler, Politiker und Geldadel verkehrten. Hippolyte
lernte hier seine ersten englischen Worte, kehrte 1908 aber nach Paris
zurück, um das Gymnasium zu besuchen. Doch das gefiel im nicht sonderlich, er
wollte lieber wie sein Vater Koch werden. Der schickte ihn deshalb in die
Küche des ältesten Pariser Grandhotels, ins 1817 eröffnete Meurice. 1911
und 1912 perfektionierte Hippolyte seine Kenntnisse an der Rezeption im
weltberühmten Hotel
Adlon, in dem er seinen Feinschliff erhielt. Das Berliner Hotel sollte ihm
später als Modell für sein eigenes Luxushotel dienen.
1914 wurde Hippolyte in die Armee eingezogen. Er arbeitete in den Küchen an
der Front und erlebte in Verdun einen Giftgasangriff, an den er sich den Rest
seines Lebens erinnern sollte.
Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Hippolyte in Paris das zum Verkauf
stehende Hotel Bellevue, das er allerdings bereits zwei Jahre später, 1922,
wieder verkaufte, da es seinem Traum vom Luxushotel à la Adlon nicht
entsprach.
1923 kaufte Hippolyte das Grundstück 112, rue du Faubourg-Saint-Honoré.
Es fand erstmals 1758 Erwähnung, als es in den Besitz des entrepreneur des
bâtiments von König Louis XV, Jean-François Sandrié, kam. Nach
mehreren Zwischenbesitzern fiel es 1829 an den Grafen Jules de Castellane, einer emblematischen
Persönlichkeit des Second Empire, bei dem sich die bonne société die
Klinke in die Hand gab. Der Graf machte sich als Mäzen der Künste einen
Namen und baute gar ein Theater in sein Haus. Als Hippolyte Jammet diese hôtel
particulier im
Renaissancestil des Grafen abreissen und durch ein Luxushotel ersetzen liess,
machte er sich zuerst nicht nur Freunde. Doch der junge Hotelier war der
Zukunft verpflichtet.
Die Hotelgesellschaft wurde zwar vorerst von seinem Vater François Jammet
geleitet, Hippolyte amtete vorerst nur als Generaldirektor, doch er wählte
den Architekten Urbain Cassan, der sich mit modernen Bahnhofbauten für die
Compagnie des chemins de fer du Nord seit Kriegsende hervorgetan hatte. Er
benutzte Stahlträger, die volle Freiheit bei der Raumnutzung im Gebäude
gewährleisteten, ideal für ein Hotel. Die Fassade erhielt einen harten
Kalkstein, der den Staub und Schmutz abwehrte und sein blendendes Weiss lange
behielt.
Der Hotelname war eine Referenz an Frederick Hervey (1730-1803), den Grafen
von Bristol und Bischof von Cloyne, später von Derry in Irland, der vom
britischen Premierminister William Pitt gefördert wurde. Der polyglotte Graf
genoss Weltruf als legendärer, anspruchsvoller Reisender.
In Paris etablierte sich bereits 1878 das erste Hotel Bristol an der Place
Vendôme. Der erste Baedeker London nannte das Bristol in Paris zusammen mit Claridge's
in London und dem Beau-Rivage in Ouchy bei Lausanne in der Schweiz als
führendes Hotel in Europa. Doch mit der Eröffnung des Ritz an der Place
Vendôme ging es mit jenem ersten Bristol rasch bergab, bis zur Schliessung.
Dennoch musste Hippolyte Jammet zuerst noch Versuche anderer abwehren, die ihm den Namen Bristol in Paris streitig machen wollten.
Im April 1925 war es endlich so weit, Le Bristol öffnete seine Pforten. Das
Dekor war wie das Gebäude dem Zeitgeist gewidmet und im Stil des Art Déco
gehalten. Der Erfolg stellte sich sofort ein und viel mit der Ausstellung Exposition
internationale des arts décoratifs zusammen, die nicht nur viele
Touristen nach Paris lockte, sondern dem Art Déco erst den Namen gab.
Hippolyte Jammet war allerdings mit dem Art Déco-Mobiliar seines Hotels
weitgehend unzufrieden, das zu seinem Leidweisen nicht zu den Höhepunkten des
sich ab 1910 etablierenden neuen Stils gehörte. "Je veux faire mon
Adlon!", war seine Devise. Auf Grund der hervorragenden Auslastung
kaufte der Hotelier 1929 zwei ans Bristol angrenzende Parzellen.
Hippolyte nahm einen Millionenkredit auf, um acht Etagen zu bauen, die heute
zum Garten hin gehen, der einst den Schwestern der
Hoffnung war als Kreuzgang ihres Klosters diente. Für jede Etage von je 300m2
sah er jeweils nur vier Zimmer vor, jeweils zwei mit einem Salon. Die zwei
obersten Etagen sah er für sich und seine Familie als Duplex vor.
Der Hotelier gab das Geld für die Erweiterung und Renovation mit beiden
Händen aus, selbst noch, als die Börsencrash von New York nach Europa
rüberschwappte. Wie viele Franzosen dachte er zuerst, sein Land werde eine
Insel der Prosperität inmitten eines Krisenmeers bleiben. Als 1931 die
Depression auch Frankreich erfasste, war es zu spät, um im Hotel den
Rückwärtsgang einzulegen. Die Hotellerie wurde voll von der Krise erfasst,
wobei es die Luxuskategorie am stärksten traf. So schloss Le Majestic in der
avenue Kléber definitiv seine Pforten, während dem das Plaza Athénée
Konkurs anmelden musste und sein Besitzer, Herr Ambruster, kurz darauf den
Freitod wählte.
Hippolyte Jammet biss auf die Zähne, denn mit
zwei Millionen Francs mehr als er für die Erweiterung des Bristol ausgelegt
hatte, hätte er nun das Plaza Athénée kaufen können. So aber sass er auf
einem brandneuen, aber leeren Palasthotel.
Zu den Highlights des Bristol gehörte nun eine Klimaanlage der Londoner Firma
Carrier, die mit Ammoniakgas funktionierte. Die Maschine war komplexer als die
heutigen und erlaubte gleichzeitig vier Operationen: Kalt, Warm, Trocken und
Feucht zu regeln. Das wurde durch ein wasser- und elektrizitätsintensives
Prozedere erreicht, das entsprechend teuer war. In einer zweisprachigen
Broschüre von 1930 wurde stolz vermerkt, Le Bristol sei "The only
hotel with manufactured weather in the public rooms".
Hippolyte war zudem selbst ein rastloser
Innovator. So erfand er den Mirophare, einen in alle
Richtungen verstellbaren kleinen Spiegel mit integrierter Glühbirne, der ab
1934 in den meisten Badezimmern des Bristol installiert wurde. Die damit
beauftragte Firma beeilte sich, die Erfindung patentieren zu lassen... Heute
verzichtet kein Luxusbadezimmer der Welt mehr darauf.
Der Hotelier entwickelte zusammen mit dem renommierten Fachmann Jean-Arthur
Fontaine einen Schlüssel mit einem austauschbaren Zylinder, der bei Verlust
ausgewechselt wurde, sodass ein neuer Schlüssel dafür notwendig wurde. Zudem
konnte der Gast mit doppeltem Schlüsseldrehen verhindern, dass Angestellte
ins Zimmer konnten. Einzig die Direktion besass das Double. Die ab 1935
installierten Schlösser machten aus dem Bristol das Hotel mit den wenigsten
Diebstählen und folglich den niedrigsten Versicherungskosten.
Hippolyte entwickelte eine richtige Mikrobenphobie und liess deshalb ebenfalls
ab 1935 in allen Zimmern in weniger als einer Minute abmontierbare
Klosettbrillen installieren, die nach jedem Gast von einer Firma abgeschliffen
und neu lackiert wurden. Le Bristol war mit dem System blieb bis 1978
ausgestattet.
Doch bis es so weit war, erlebte das Hotel finanziell harte Zeiten, die mit
dem Kriegsbeginn 1939 nicht besser wurden. Hippolyte Jammet fragte deshalb
1940 den amerikanischen Botschafter in Paris, William Bullitt, welche
Schutzmassnahmen er im Kriegsfall für die amerikanischen Bürger der Stadt
vorgesehen hatte. Dieser erwiderte, er sei in dieser Hinsicht in Gesprächen
mit dem neben der Botschaft liegenden Hotel Crillon. Im Moment diskutiere man
über eine Miete in der Höhe von zehn Millionen Francs. Hoteldirektor Jammet
bot daraufhin das Bristol mietfrei an. Zudem wies er darauf hin, dass Le
Bristol das einzige Hotel der Hauptstadt mit einem gasgeschützten Schutzraum
sei. Nach einer Demonstration im Schutzraum war der Amerikaner überzeugt. Die
Übereinkunft mit Botschafter Bullitt von 1940 machte aus dem Bristol das
einzige Pariser Luxushotel, das bei der Besetzung der Stadt im folgenden Jahr
von den Deutschen nicht beschlagnahmt wurde.
Die grosse Zeit des Hotels begann im Juni 1940, als es zuerst die Residenz der amerikanischen Bürger in Paris wurde, danach
zusätzlich aller Diplomaten, die Paris temporär besuchten. Le Bristol wurde
so zu einer neutralen Zone, in dem Politiker und Emissäre der kriegführenden
Staaten, Geheimagenten und reiche Aristokraten verkehrten.
1940 und 1941 residierte Anne Morgan, die Tochter eines der mächtigsten
Bankiers der Welt, John Pierpont Morgan, im Bristol. Die 67jährige
Philanthropin reservierte nicht weniger als vierzehn Zimmer. Darin logierte
sie für jeweils ein bis zwei Nächte Juden, die über Lissabon nach New York
ausgeflogen wurden. Dieses Arrangement dauerte bis zum Kriegseintritt der USA
am 7. Dezember 1941. Die vielen Reisenden wurden natürlich nicht ins
Gästebuch eingetragen.
Kaum war die Stadt besetzt, machte der Hotelier die Bekanntschaft von Fritz
Bodo, dem Protokollchef der deutschen Botschaft, der bis 1943 im Bristol ein
hartes Regime führte und Hippolyte Jammet regelmässig öffentlich
erniedrigte, ehe er von der Gestapo verhaftet wurde. Sein Nachfolger erwies
sich als ebenso streng, aber höflicher. Nach dem Krieg stellte sich heraus,
dass Fritz Bodo seit 1936 als einer der wertvollsten Informatoren in Paris
für den französischen Geheimdienst gearbeitet hatte. Die Tochter des
Deutschen arbeitete später im Bristol als Direktionssekretärin.
Von 1942 an beherbergte Le Bristol den jüdischen Architekten Lerman, einen
Mitarbeiter von Urbain Cassan. Der illegale Gast lebte versteckt im an einen
Servicelift grenzenden Zimmer 106, dessen Nummer aus dem Rezeptionsbuch
entfernt wurde.
Lerman lebte nicht nur in einem Hotel, in dem regelmässig deutsche
Diplomaten verkehrten, sondern leitete von 106 aus die Renovation des Bristol.
Seit 1930 öffnete sich das Restaurant Art Déco zu einer Halle im Stil des
18. Jahrhunderts. Lerman schuf im ovalen Raum das heutige Restaurant im
Régence-Stil. Hippolyte Jammet wollte zudem grosszügigere Gästeräume,
weshalb der verborgene Gast aus jeweils zwei Zimmern eines schuf.
Zu den berühmten Gästen der Kriegszeit gehörte die Theaterschauspielerin
Cécile Sorel. Vor jeder Aufführung bot sie im Bristol einen
aussergewöhnlichen Anblick. Sie liess sich um 18 Uhr 30 nackt auf ihrem Bett
liegend und bei offenem Fenster massieren, was natürlich nicht geheim blieb
und entsprechend Besucher in den gegenüberliegenden Zimmern anzog.
Le Bristol befand sich nach dem Krieg in perfektem Zustand, weshalb es vom
französischen Aussenministerium für Botschafter und akkreditierte Diplomaten
ausersehen wurde. Das schaffte Neider, weshalb es vier Jahre - bis im Mai 1949
- dauerte, ehe es die offizielle Hotelklassifizierung 4 Etoiles Luxe
erhielt.
Der deutsche Kanzler Konrad Adenauer kam erstmals im November 1951 ins Bristol
und hielt dem Hotel fortan die Treue. Seither logieren hier alle deutschen
Kanzler. Adenauer stieg immer im Penthouse (732) ab, das jeweils mit den von
ihm geschätzten roten Rosen geschmückt wurde. Im Bristol wurden die letzten
Retuschen am von Adenauer und de Gaulle ausgehandelten deutsch-französischen
Vertrag von 1963 angebracht; das Elysée befindet sich ja wie eingangs
erwähnt nur wenige Schritte vom Hotel entfernt. Die beiden Staatsmänner
hatten sich 1963 übrigens auch in Brenner's Park Hotel in Baden-Baden
getroffen, das der Gruppe August Oetker gehört, die seit 1978 auch das
Bristol besitzt.
1948 schuf der Amerikaner Temple Fielding seinen berühmten Reiseführer. 1952
erzürnte sich Hippolyte Jammet, weil er in Fielding's Travel Guide To
Europe sein Hotel nur an achter Stelle fand. Kein Fielding war je im Hotel
abgestiegen, weshalb er dem Herausgeber schrieb, künftig Le Bristol nicht
mehr zu erwähnen. Doch der Amerikaner stieg nie unter seinem richtigen Namen
ab. Von der Ausgabe 1962-1963 an führte Fielding Le Bristol als bestes
Pariser Grandhotel, was Hippolyte versöhnte und das Prestige des Hotels auch
über den frühen Tod des Gründers im Mai 1964 hinaus erhöhte.
Fortan führte sein Sohn, Pierre Jammet, das Hotel, bis es 1978 wegen einer
Erbteilung von der Gruppe August Oetker gekauft wurde. Bereits im folgenden
Jahr wurden umfangreiche Renovationen und Umstrukturierungen in Angriff
genommen, darunter der Bau von La Résidence mit sechzig Zimmern und
Suiten auf dem 1955 von Hippolyte gekauften Grund des Klosters der Schwestern
de l'Espérance, die nach Bordeaux umgezogen waren. Das erlaubte die Anlage
des Gartens mit seinen charakteristischen Buchsbäumen und Magnolien. Mit 1200m2
ist er der grösste Hotelgarten in ganz Paris.
In diesem Hafen der Ruhe werden jährlich über dreissig
Vogelarten gezählt, die hier permanent nisten oder sich auf ihrer Migration
temporär niederlassen.
Das Schwimmbad im sechsten Stock des Bristol ist das Werk von Professor Pinnau,
dem Architekten der Gruppe Oetker. Es ist
das einzige chlorfreie in ganz Paris. Es wird durch ein Freiluft-Sonnendeck
ergänzt. Das originelle Schwimmbad stellt das
Teckholz-Vorderdeck eines Segelschiffs aus den 1920er Jahre dar. Am Horizont -
das Trompe-l'oeil-Wandgemälde - erkennt man das Cap-d'Antibes mit
der Silhouette des Eden Roc, ein weiteres Hotel der Oetker-Gruppe. Professor
Pinnau ist übrigens ebenfalls bekannt für seine zahlreichen Yachten, die er
für die Reeder Onassis und Niarchos gebaut hat, der letztere ein Stammgast
des Bristol.
Seit Februar 2003 empfehlenswert sind die zwei Smart City Coupé des Bristol, die man für zehn Euros
für Benzin und Versicherung für einen halben Tag
mieten kann. Mit ihrer Länge von nur 2.50m sind sie praktisch in der parkplatzarmen Innenstadt.
Zudem sind sie abgasarm. Der Schreibende hatte
beim Erklären nicht richtig aufgepasst und musste deshalb auf der Spritztour
zum Handbuch greifen, um nachzulesen wie man den Smart startet. Es stimmt
übrigens, alle lächeln einem zu, wenn man im Smart fährt.
Die meisten Samstage sind im Bristol der Mode gewidmet. An diesen Samedis
de la Mode au Bristol können die Gäste bei Tee, Sandwiches und
von Gilles Marchal speziell kreierten Patisserien die Kollektionen wechselnden
Designer geniessen, Ende 2004 u.a. von Chloé, Céline und Wolford.
Wer sich etwas Gutes tun will, kann sich im Schönheitsinstitut Anne Sémonin
im Hotel von den Vorzügen der Aromatherapie überzeugen lassen. Zu den vielen
speziellen Massagen (Thai und Shiatsu) und Pflegeangeboten (so Freezing und
Körperpeeling) gehört auch eine spezielle Jet-Lag-Behandlung.
Über die heutigen Gäste schweigt man sich im Bristol vornehm aus, doch sind
80% Stammgäste aus aller Welt. Unter den vielen Stars, die in der
Vergangenheit hier abstiegen, waren Charlie Chaplin und Josephine Baker, die
im Bristol 1975 ihr 50. Bühnenjubiläum mit Gästen wie Prinzessin Gracia
Patricia von Monaco, Sophia Loren, Alain Delon und Mick Jagger feierte. Unter
den Politikern gehörten neben Konrad Adenauer der UNO-Generalsekretär Kurt
Waldheim, Golda Meir und Harry Truman zu den Hotelgästen.
Le Bristol ist schuldenfrei, alle
Investitionen werden autofinanziert.
Die Frau des Hotelbesitzers Rudolf Oetker, Maja, kümmert sich persönlich um
die Innendekoration des Bristol, wobei die Stile Louis XV und Louis XVI
dominieren, d.h. die Blüte der französischen, reich verzierten Eleganz von 1730
bis 1760 bzw. der von der griechisch-römischen Antike inspirierte
nüchternere Stil ab
1760, mit seiner Rückkehr zur geraden Linie und zu ebenen Flächen. Die Ausstattung der Zimmer ist zugleich einfach und
raffiniert, der Tradition der Diskretion verpflichtet. Dabei geht man
natürlich mit der Zeit. So sind alle Zimmer und Suiten mit einem ADSL-Internet-Zugang ausgestattet.
Als letzte Referenz zum Bristol kann der Schreibende auf das vor zwei Tagen im
Flugzeug nach Barcelona gelesene erste Kapitel des neuen Romans Der Zahir
von Paulo Coelho verweisen, denn der brasilianische Autor lässt seinen Icherzähler ins Bristol
gehen, wo dieser früher mit seiner verschwundenen Esther immer eine heisse
Schokolade getrunken hatte, wenn einer der beiden von einer Mission aus dem
Ausland heimkehrte: "Ich betrete das <Bristol>, das Esther immer als eines
der wenigen beschrieben hat, in dem die Kunden wie Gäste behandelt werden und
nicht wie Obdachlose, die ein Dach über dem Kopf suchen. Man begrüsst mich,
als gehörte ich zum Haus, ..."
Siehe auch den Artikel zum Restaurant
Le Bristol mit seinen inzwischen drei Michelin-Sternen.
Literatur zum Bristol:
Pierre Jammert: Le Bristol. Un palace dans son siècle. Hoëbeke, 1998,
137 S. ISBN. 2842300572. Bestellen bei Amazon.fr.
Der Autor, Pierre Jammet, ist der Sohn des Hotelgründers Hippolyte Jammet.
Einen Monat vor der Hoteleröffnung 1925 geboren und Generaldirektor des
Bristol von 1964 bis 1978, kennt er die Geschichte des Luxushotels wie sonst
keiner. Sein Buch ist elegant geschrieben und reich illustriert.
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Die Hotelfassade besteht wie bei der Kirche Sacré-Coeur aus
weissem Kalkstein. Neue Photos auf dieser Seite hinzugefügt bei meinem
Hotelaufenthalt Im Jahr 2011. Photos © Hôtel Le Bristol Paris.

Blick in eine Chambre Prestige. Alle Zimmer und Suiten im Bristol sind
individuell gestaltet. An den Wänden hängen nur Originalstiche oder Gemälde.
Photo © Guillaume de Laubier / Hôtel Le Bristol Paris.

Alle Badezimmer sind mit Marmor (hier weisser Carrara-Marmor) ausgestattet.
Alle Zimmer und Suiten verfügen neben einer Badewanne über eine separate
Dusche.
Foto © Reto Guntli / Hôtel Le Bristol Paris.

461-462 - Der neue Hotelflügel. Photos © Uferas / Hôtel Le Bristol Paris.

462 - Der neue Hotelflügel. Photos © Sordello / Hôtel Le Bristol Paris.

361 - Der neue Hotelflügel. Photos © Sordello / Hôtel Le Bristol Paris.

Die Suite Panoramique. Photos © Guillaume de Laubier / Hôtel Le Bristol Paris.

Die neue Brasserie - 114 Faubourg. Photos © Sordello / Hôtel Le Bristol
Paris.

Das Schwimmbad aus Teck im sechsten Stockwerk. Einige weitere Liegestühle
befinden sich auf der Aussenterrasse.
Foto © Hôtel Le Bristol Paris.
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