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Hotel am
Schlossgarten Stuttgart
Geschichte, Design, Hotelkritik,
Fotos
Artikel vom 1. April 2007
Das Hotel am Schlossgarten liegt im Herzen von Stuttgart,
direkt neben dem Bahnhof, am Schlossgarten, gegenüber der Staatsoper, dem
Schauspielhaus und dem
Parlament; zentraler geht es nicht.
Vor dem Zweiten Weltkrieg stand hier bereits ein traditionsreiches Hotel am
Schlossgarten, das als erstes Haus am Platz galt, jedoch Hitlers Grössenwahn -
wie fast 90% der Stuttgarter Innenstadt - nicht überlebt hat. Es profitierte von
der Nähe zum ehemaligen königlichen Hof und zum Bahnhof.
1962 eröffnete das neue Hotel am Schlossgarten. Seit den 1980er Jahren sind der
Aussenbereich und die Fassade denkmalgeschützt. Das Gebäude stammt vom deutschen
Architekten H. P. Schmohl, der zudem - zusammen mit Paul Stohrer - das Neue
Rathaus in Stuttgart entworfen - Kritiker meinen
„verbrochen“
- hat. Schmohl baute das neue Hotel nicht mehr parallel zum Bahnhof auf, sondern
leicht nach hinten versetzt, parallel zum Schlossgarten Park.
Die Erstbesitzer des neuen Hotels, ein Privatehepaar, machten es sofort wieder
zum ersten Haus in Stuttgart. Bei einer Fusion wurde das inzwischen von einer
Brauerei gekaufte Gebäude abgestossen und vom
renommierten Hotelier Thomas Althoff 1998 erworben.
Nach einer Umbauphase wurde das
Hotel bereits 1999 - bis heute als einziges in Stuttgart - Mitglied der
prestigereichen Leading Hotels of the World.
Die Althoff Hotels setzen auf Individualität, Gourmet-Gastronomie und einen
Wellness- und Spa-Bereich, der leider in Stuttgart völlig fehlt. Zumindest ein
kleines Fitness und ein Massageraum liessen sich sicher einrichten.
Der 1953 geborene und zum Kaufmann ausgebildete Thomas Althoff begann seine
Karriere als Hotelier im zarten Alter von 21 Jahren, als er 1980 zunächst ein
80-Betten Haus in Aachen übernahm. Nach einigen Zwischenstationen übernahm er
1984 gemeinsam mit seiner Frau Elke-Diefenbach-Althoff das Hotel Regent
International in Köln. 1988 gründete er die Althoff Privathotels, heute Althoff
Hotels & Residences, zu denen 2007 ein Dutzend Luxus- und Business-Hotels
gehören.
Das Hotel am Schlossgarten mit einem Anteil von 60% Geschäftsleuten an der
Gesamtzahl der Gäste bietet vier Salons für Geschäftsanlässe und private Feiern
an, zwei davon mit Blick auf den Park und die Oper.
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Die Innarchitektin des Hotels am Schlossgarten, Frau Lis Spans, führt einen
Antiquitätenladen mit Schwerpunkt ausgefallene Lampen und Lampenschirme in
Düsseldorf. Da das Hauch klassisch im englischen Stil eingerichtet ist, wurde
dieser bei der Renovierung beibehalten. Die Zimmer und Suiten wurden mit
Teppichen und Stoffen in rostroten und türkisfarbenen Tönen und Mustern
aufgefrischt. Die Wände werden oben durch eine farbige Bordüre abgeschlossen.
Speziell sind zudem die breiten Streifen auf den Wandlampenschirmen am Bett, die
zusätzlich die Farbnuance des Zimmers betonen und für Charme sorgen sollen.
Ein gutes Hotel ist immer ein
„work in progress“, so auch dasjenige am Schlossgarten in Stuttgart.
Ende 2006/Anfang 2007 wurden alle Einzelzimmer renoviert und in leichten
Farbvariationen eingereichtet. Da sie zumeist von Geschäftsleuten gebucht werden,
sind sie nur mit einer Dusche ausgestattet. Die
Doppelzimmer und Suiten sind hingegen mit eleganten Badezimmern mit Wanne ausgestattet.
Alle 116 Zimmer und Suiten verfügten im Februar 2007 über Amenities der
französischen Marke Occitane. In meinem Doppelzimmer mit Blick auf den
Schlosspark befanden sich Eisenkraut-Produkte, die angenehm intensiv nach
Zitrusfrüchten dufteten. Insbesondere das Duschgel und die Körperlotion sind in
ausgezeichneter Erinnerung geblieben. So elementar es scheint, in zu vielen
Hotels sind die Produkte im Bad dürftig.
Im obersten, siebten Stockwerk befinden sich die zehn Suiten des Fünf-Sterne
Hotels. Vier davon verfügen über einen Balkon, die jedoch zu klein sind, um sich
zu sonnen. Die Präsidentensuite verströmt Penthouse-Atmosphäre. Ein
altenglisches Eisenbett und eine Bibliothek verleihen der Suite Charakter. Das
Badezimmer verfügt über eine Sauna und einen Whirlpool. Grossartig ist der Blick
über den Schlossgarten und die Dächer von Stuttgart.
Das Hotel am Schlossgarten verfügt mit der
Zirbelstube nicht nur über ein empfehlenswertes Gourmetrestaurant, sondern
daneben auch über eine 1999 eröffnete Vinothek. Hier werden in zwangloser
Bistro-Atmosphäre einfache mediterrane und einige asiatische Gerichte an einer
offenen Schauküche mit einer Wok-Station zubereitet und rund 80 europäische
Weine im offenen Ausschank angeboten. Ans Bistro angeschlossen ist ein
Weinhandel-Verkaufsraum. Der Gast kann so seine im Bistro gemachten önologischen
Entdeckungen gleich mit nach Hause nehmen. Das Café am Schlossgarten serviert
einfachere kalte und warme Gerichte und verfügt über eine eigene Konditorei. Die
dazugehörende Terrasse direkt am Schlossgarten ist ab den ersten warmen
Sonnenstrahlen im Jahr geöffnet.
Die John Cranko Lounge und Bar ist benannt nach dem ehemaligen Balletttänzer des
Staatstheaters und Stammgast, dessen Fotos den Raum zieren. Die Lounge und Bar
befindet sich im Erdgeschoss und besitzt einen Wintergarten mit Blick auf den
Park; von 21 bis 01 Uhr unterhält hier ein Pianist die Gäste.
Der Service im Hotel am Schlossgarten ist ausgezeichnet. Das Frühstücksbüffet
ist die ganze Woche bis um 11 Uhr geöffnet, was heute leider selbst im
Luxussegment die Ausnahme ist. In diesem Schlossgartenrestaurant im ersten Stock
mit Sommerterrasse mit Blick zum Park wird den Rest des Tages regionale Küche
mit Produkten von regionalen Erzeugern angeboten, darunter auch 300 Weine.
Die Servicequalität eines Hotels erfährt man am besten in Ausnahmesituationen.
Ich hütete an einem Sonntag die zwei jungen Mädchen eines befreundeten Ehepaares
während deren Opernbesuch. In einem Museum fiel eine süsse Kleine hinter mir
einige Treppentritte hinunter. Zum Glück verletzte sie sich nicht. Ich musste
sie nur in die Arme nehmen und einige Minuten lang trösten. Nach der
Familienzusammenführung - es war inzwischen dunkel und goss in Strömen - rannte
ich wie ein blindes Huhn von einem Restaurant nahe dem Schlosspark durch eben
denselben zum Hotel. Scheinbar lag eine grosse Wiese vor dem Hotel, durch die
sich der Weg abkürzen liess. Leider handelte es sich dabei um ein riesigen
Brunnen-Wasserbecken, in das ich kopfüber fiel. Klitschnass im Hotel angekommen,
war die erste Frage, ob es so stark regne. Doch dann zeigte ich meine blutende
Hand, und der Fall wurde klarer. Nach einer Dusche wurde nicht nur die Hand kurz
desinfiziert, sondern meine Hose mit einem Loch einem örtlichen Schneider zum
Flicken gegeben. Bereits am nächsten Abend hatte ich sie wieder.
Fazit: Das Hotel am Schlossgarten in Stuttgart wird als klassisches Grandhotel
mit ausgezeichnetem Service und gehobener Gastronomie an erster Lage geführt.
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Das Hotel im Park mit der unter Denkmalschutz stehenden Fassade von 1962.
Fotos © Hotel am Schlossgarten, Stuttgart.

Blick in ein Zimmer. Photos © Hotel am Schlossgarten, Stuttgart.

Noch ein Zimmer. Photos © Hotel am Schlossgarten, Stuttgart.

Der Verkauf in der Vinothek. Fotos © Hotel am Schlossgarten, Stuttgart.
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