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Le Méridien Stuttgart
Hotelgeschichte, Hotelkritik, Fotos
Artikel vom 12. März 2007
 
Am 15. November 2004 wurde das 5-Sterne-Hotel Le Méridien Stuttgart eröffnet. Das Hotel wurde von der Intercontinental Hotels Group übernommen, die 1988 das Gebäude fertiggestellt hatte. Innerhalb von acht Monaten und mit 19 Millionen Euro wurde aus dem Interconti, an das nur noch die Lifte und Zimmertüren erinnern, ein Méridien, das den Gast mit einem Portier begrüsst, der sich um das Reisegepäck kümmert.

Das Hotel Méridien Stuttgart ist zentral am Stadtpark gelegen. Die Staatsgalerie, das Haus der Geschichte Baden-Württemberg und die Staatsoper sind fünf Gehminuten entfernt.


Im 5-Sterne-Hotel dominieren gedeckte Rot- und Brauntöne in allen Zimmern und Suiten. Den Gast erwartet diskrete Eleganz mit dunkelbraunem Mahagoniholz, Marmor und Glas. Die eleganten Badezimmer mit hellen Fliesen und schwarzem Granit fügen sich nahtlos ins Konzept ein.
Alle Zimmer sind mit breiten Flachbildschirmen ausgestattet. Unter den 35 Suiten sind eine Diplomaten- und eine Präsidentensuite, in der zum Beispiel die Rolling Stones genächtigt haben.

Die Bar Lillet ist benannt nach dem gleichnamigen Aperitif aus dem rund 30km von Bordeaux gelegenen Podensac. Lillet existiert seit 1887. Im alten wie im neuen Kinofilm Casino Royal trank James Bond keinen Martini, sondern einen Cocktail Lillet rouge. Der Lillet „pur“ schmeckt süsslich, da er zu 85% aus Sauvignon Blanc Trauben und zu 15% aus Likören aus Zitrusfrüchten und Chinarinde besteht. Trotz 17% Alkohol hat er beim Schreibenden keine negativen Spuren hinterlassen. Neben der Version „pur“ bietet die Bar eine Reihe von Lillet-Cocktails an. In den Executive Zimmern - der Schreibende war in Nr. 529 unterbracht - und den Suiten ist die Minibar inklusive, und sie war mit Lillet-Fläschchen bestückt, deren Lebensdauer in Zimmer 529 begrenzt war.

Gäste in Executive Zimmer und in Suiten geniessen nicht nur die Gratis-Minibar im Zimmer, sie haben zudem Zugang zur Executive Lounge, gratis Filme im Zimmer sowie von Montag bis Freitag Anrecht auf ein gewaschen und gebügeltes Hemd (meines hing nach nur drei Stunden wieder im Zimmer; die Rückgabe ist normalerweise für den folgenden Tag garantiert).

Schade nur, dass
aus Sicherheitsgründen im fünften Stock die Terrassen mit Blick auf den Schlossgarten nicht zugänglich sind. Drei Stufen in jedem Zimmer, Glastüren, milchige Glastrennwände auf der Terrasse, neue Geländer und ein paar Platten anstelle von Kies, und schon hätten einige Zimmer und Suiten elegante Sommerterrassen. Alle sagen, eben gerade das geht nicht, bis einer kommt und es dann doch tut.

Im Dezember 2004 eröffnete das Le SPA im Méridien Stuttgart. Es wurde vom Baden-Badener Experten Peter Drössel konzipiert und erstreckt sich auf 850m2 über zwei Ebenen hinweg. Ein Pool von 14 Meter mit 27 Grad warmen Wasser lädt zum Schwimmen und Planschen ein. Neben Sauna, Dampfbad, beheizten Liegesteinen, Fitness – vom Schreibenden ausgiebig genutzt – bietet das SPA auch noch ein Solarium, Räume für Massagen und Schönheitsbehandlungen mit Produkten von La Mer sowie eine Bar mit einer Auswahl an gesunden Speisen und Getränken.

Le Méridien Stuttgart wird unter der Woche mehrheitlich als Business Hotel genutzt, weshalb es mit Tagungsräumen für bis zu 800 Personen aufwarten kann. Es dient zudem dem VfB Stuttgart als Domizil bei Heimspielen. Im Méridien Stuttgart gastierten während der Fussball WM sechs Nationalmannschaften: Portugal, die Elfenbeinküste, die Schweiz, Kroatien, Ecuador und Australien. Die Deutsche Fussballnationalmannschaft gastierte hier anlässlich des EM-Qualifikationsspiels vom August 2006 gegen Irland.

Le Méridien Stuttgart hat in seiner jungen Existenz bereits eine erstaunliche Anzahl an Prominenten beherbergt, wovon das Gästebuch Zeugnis ablegt. Das Spektrum reicht von Ursula von der Leyen, Rudolph Moshammer, Otto, Hape Kerkeling, Michael Mittermaier, Joachim Löw und Günter Netzer über die Rolling Stones, Iron Maiden,
Depeche Mode, Deep Purple und Katja Ebstein bis zu Tokio Hotel, für die der Pool in der Nacht geöffnet wurde, damit sie dort in Ruhe ausspannen konnten. Diego Armando Maradona spielte mit einem kleinen Jungen, der darüber ganz aus dem Häuschen geriet, in der Lobby Fussball. Luciano Pavarotti fegte in italienischem Elan bei einer Pressekonferenz zu seinem 70. Geburtstag ein Wasserglas hinweg, das eine zuvorkommende Hotelangestellte gerade neben ihn gestellt hatte (davon existiert ein Foto). Der Tenor bekochte sich in der Präsidentensuite gleich selbst. Der aus Würth stammende Henry Kissinger hingegen liess sich Nürnberger Würstchen bringen.

Das von mir nicht getestete Hotelrestaurant Le Cassoulet unter der Leitung von Küchenchef Ralf Geese, der zuvor vier Jahre lang als Sous Chef im Gourmet-Restaurant Silberberg im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn gearbeitet hatte, bietet französische und schwäbische Küche.

Der eineinhalb Jahre alte Computer des Schreibenden verstarb in Stuttgart. Herr Rödel, der IT-Manager des Méridien Stuttgart, nahm sich der Sache an und stellte sofort fest, dass nur die originale Recovering CD des Herstellers Abhilfe schaffen kann. Der Computerhersteller versprach, die CD aus Genf zu senden, wie ein Telefonanruf der Concierge Dame Frau Dietz-Rödel, die Ehefrau des IT-Chefs, ergab. Anrufe von einer grossen Telefonanlage aus helfen, bei Call Centern grosser Unternehmen rascher Durchzukommen. Der Schreibende hat schon mehrfach Viertelstunden auf Warteschlangen verplempert und dabei in Hotels viel Geld verpulvert. Herr Rödel konnte die Daten für mich retten und mich an einen Spezialisten weiterreichen, der den Computer wiederbeleben konnte. Ein gutes Hotel zeigt sich beim Service!

Das Méridien ist kulturell sehr engagiert und organisiert seit 2005 jährlich den von Liedermacher Stephan Sulke und
Hoteldirektor Bernd Schäfer-Surén ins Leben gerufene Chanson- und Liedwettbewerb, bei dem der Troubadour vergeben wird. Zufälligerweise war der Schreibende gerade im Hotel, als die neue Jurypräsidentin Katja Epstein zusammen mit Hoteldirektor Bernd Schäfer-Surén und weiteren Involvierten die Ausgabe 2007 an einer Pressekonferenz vorstellten. Katja Ebstein gab übrigens im September 2006 im Ballsaal des Hotels ein Konzert unter dem Titel Heinrich Heine - Schlage die Trommel und fürchte die nicht“, begleitet vom Pianisten Stefan Kling.

Der nächste Chansonwettbewerb findet vom 18. bis 20. Oktober 2007 im Méridien Stuttgart statt. Die eine Vorauswahl überstehenden 16 Teilnehmer können in 15 bis 20 Minuten ihr Können präsentieren. Die Sieger dürfen anschliessend im Renitenztheater auftreten. Laut Jurypräsidentin Katja Ebstein geht es um das Finden guter Liedtexte, wobei das Spektrum von Chansonniers über Wortkünstler bis zum Kabarett reicht. Es ist kein reiner Talentwettbewerb, sondern Künstler mit einigen Jahren Berufserfahrung dürfen ebenfalls teilnehmen. Es gibt keine Alterslimite. Einzelkünstler wie auch Gruppen können sich melden. Jedes Jahr wird eine DVD produziert, auf der die besten Ausschnitte aus rund 12 Stunden Filmmaterial präsentiert werden.


Im Méridien wird zudem regelmässig Theater gespielt. In Zusammenarbeit mit der Komödie im Marquardt wurde zum Beispiel 2005 das Stück
Plaza Suite des Broadway Autors Neil Simon in der Präsidentensuite mit viel Witz und Sinn für Situationskomik aufgeführt, mit Volker Conradt, Ute Stein sowie zwei Hotelmitarbeitern in den vier Hauptrollen, gefolgt von einem 3-Gänge-Hochzeitsmenu gemeinsam mit den Schauspielern.

Im Dezember 2006 fand ein
Opera al dente-Fest bei Don Giovanni“ im Hotel statt. Zwischen gedeckten Tafeln sangen die jungen internationale Solisten zur Musik des Minsk Orchestra unter der Leitung von Wilhelm Keitel und in der Regie von Stefan Bastians Arien aus Mozarts Don Giovanni.

Im Haus der Geschichte Baden-Württemberg werden Anfang 2007 erstmals alle 500 Weinlagen der Region in einer Sonderausstellung präsentiert. In diesem Zusammenhang offeriert das Méridien Stuttgart ein spezielles Hotelpaket mit einem Besuch im Schloss Monrepos und dem Weingut Herzog von Württemberg vom aufsteigenden Winzer Michael Herzog von Württemberg.

Abschliessend ist festzuhalten, dass das Méridien Stuttgart kein reines Business Hotel ist, wie die obigen Angaben beweisen. Kultur und Geschäft schliessen sich nicht aus. Nebenbei bemerkt: Seit 2006 gehört die einst von Air France gegründete Méridien-Gruppe zu Starwood, was Vorteile für die Hotelgäste im Bereich der Hotelbuchung weltweit bringt. Ein Grund mehr, um einmal nach Stuttgart zu reisen, wo beileibe nicht nur nach der Devise „schaffe, schaffe, Häusle baue“ gelebt wird.


Blick ins Restaurant. Photo © Hotel Le Méridien Stuttgart.


Die im Bar im Wellness Center Photo © Hotel Le Méridien Stuttgart.


Der 14-Meter-Pool. Photo © Hotel Le Méridien Stuttgart.
 


Die Fassade von 1987/88 aus gesprenkeltem Gelbklinker in Wellenform des 5-Sterne-Hotels. Photo © Hotel Le Méridien Stuttgart.




Eine Executive Suite. Photo © Hotel Le Méridien Stuttgart.


Ein Deluxe Zimmer. Photo © Hotel Le Méridien Stuttgart.


Die Lillet-Bar. Photo © Hotel Le Méridien Stuttgart.


Der Porsche Saal. Photo © Hotel Le Méridien Stuttgart.




Olaf Stelmecke - der aus dem Erzgebirge stammende Gewinnner des Chansons-Wettbewerbs „Chanson und Lied 2006“. Photo © Hotel Le Méridien Stuttgart.


Die Jury-Präsidentin Katja Ebstein. Foto © Hotel Le Méridien Stuttgart.
 
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