Deutsch Politik Geschichte Kunst Film Musik Lebensart Reisen
English Politics History Art Film Music Lifestyle Travel
Français Politique Histoire Arts Film Musique Artdevivre Voyages

Index  Advertise  Werbung  Links  Feedback
© Copyright www.cosmopolis.ch  Louis Gerber  All rights reserved.

Sehenswürdigkeiten in Wien
Artikel vom 31. Januar 2007

Die Stadt Wien gehört zu den führenden Touristen-Destinationen in Europa. Sie bietet erstklassige Lebensqualität für ihre heute rund 1,55 Millionen Einwohner. Wien blickt auf eine lange Geschichte zurück und kann daher mit einer Unzahl an Monumenten und Sehenswürdigkeiten aufwarten, von denen hier nur ein winziger Ausschnitt präsentiert werden kann.


Wien war eine Hochburg des Jugendstils. Hier finden sich als Geheimtipp auf dem Graben unterirdische Jugendstil WCs von 1905 nach einem Entwurf von Adolf Loos. Zu den architektonischen Jugendstil-Perlen gehört die Secession. Die Wiener Secession war eine 1897 gegründete Künstlervereinigung. Sie entstand aus einer Protestbewegung junger Künstler unter der Führung von Gustav Klimt, die sich bereits 1892 vom konservativen Verband des Künstlerhauses abspaltete, um der erstarrten Kunst ihre Freiheit zurückzugeben und als Secession unter dem Motto "Der Zeit Ihre Kunst - Der Kunst ihre Freiheit" zu neuen Ufern aufzubrechen. Die Secession besass mit dem "Ver Sacrum" eine eigene Zeitschrift und unterstützte den Architekten Joseph Maria Olbrich beim Bau des Ausstellungsgebäudes der Wiener Secession 1897-98.  Das Gebäude ist aus weissen Kuben zusammengesetzt und wird von einer mit 3000 goldenen Lorbeerblättern verzierten Bronzekuppel gekrönt. Photo der Secession © WienTourismus / Claudio Alessandri.

 

Beim Majolikahaus von Otto Wagner aus dem Jahr 1898/99 handelt es sich um ein Sezessionsgebäude mit auf die Fassade applizierten dekorativen Elementen ohne jede Verbindung zur Architektur. Es gehörte wie das nebenstehende Haus Linke Wienzeile 38 dem Architekten, der so hoffte, den Anfang für eine Strasse voller Jugendstilgebäude gelegt zu haben, wozu es allerdings niemals kam. Seinen Namen verdankt das Majolikahaus den witterungsfesten, mit Pflanzenmotiven verkleideten Majolikaplatten, mit denen die Fassade geschmückt ist. Der einzige plastische Aussenschmuck bilden die bronzenen Löwenköpfe. Photo des Majolikahauses © WienTourismus / Hedwig Zdrazil.


Das von Otto Wagner gebaute Jugendstilhaus Wienzeile 38 wartet mit zwischen die Fenster gesetzten Medaillons von Kolo Moser sowie dem von Josef Plenik entworfenen Haustor in der Köstlergasse auf. Alle Fassadenstuckteile wurden 1973 neu vergoldet. Photo © Wientourismus / Hedwig Zdrazil.

In der Schleifmühlgasse auf der anderen Seite des Naschmarktes haben sich einige zeitgenössische Galerien etabliert. Seit 1998 ist in Nr. 5 Georg Kargl Fine Arts    zuhause; für intimere, kompakte Ausstellungen eröffnete Kargl 2005 direkt neben seiner Galerie die sogenannte BOX (siehe dazu: Georg Kargl, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2006, 327 S. Buch bestellen bei Amazon.de).

Georg Kargl hatte ursprünglich zusammen mit Christian Meyer von 1978 an 19 Jahre lang die Galerie Metropol in Wien geführt - zuerst mit Jugendstilantiquitäten, ab 1990 erweitert um zeitgenössische Kunst -, ehe sich die Wege der zwei Galeristen trennten und Georg Kargl 1998 in die Schleifmühlgasse zog, wo er die Fine Arts Galerie eröffnete.

Kurz danach eröffneten weitere Galerien wie die von Christine König, Kerstin Engholm und Gabriele Senn in der Schleifmühlgasse. Spannend ist dies insbesondere dann, wenn alle Galerien am gleichen Tag eine Vernissage haben und so die Strasse zum Kunsttreffpunkt Wiens wird (so geschehen am 25. Januar 2007).

Die Gegend um Naschmarkt und Karlsplatz ist dank der Generali Foundation, der Kunsthalle Wien, dem Wien Museum, der Wiener Secession und dem Museumsquartier die Hochburg für zeitgenössische Kunst in Wien.

Der Naschmarkt bietet nicht nur täglich Lebensmittel, sondern Samstags findet hier zudem ein Flohmarkt statt, der Touristen und Wiener zum Feilschen herlockt.

Das Palais Eschenbach, das für den Österreichischen Gewerbeverein gebaut und 1872 von Kaiser Franz Josef I. eröffnet wurde, offeriert nicht nur Räume für Seminare, Bälle und Konzerte klassischer Musik, sondern hier finden auch Club Nächte "im letzten grossen Tanzpalast der Stadt" Wien statt. Zudem befindet sich hier die Galerie Meyer Kainer des ehemaligen Partners von Georg Kargl.


Noch bekannter als für zeitgenössische Kunst ist Wien für seine Musiktradition. Zu den Hochburgen klassischer Musik zählen der Musikverein, das Konzerthaus, die Volksoper und die Staatsoper, um nur einige zu nennen. Der Konzerthaussaal im Musikvereinsgebäude. Foto des Konzerthaussaales © Wiener Konzerthausgesellschaft / Herbert Schwingenschlögl.


Im Goldenen Saal des Musikvereinsgebäudes spielen die 1842 gegründeten Wiener Philharmoniker, die sich selbst verwalten. Sie gelten als eines der weltbesten Orchester, treten allerdings auf Tournee hin und wieder als durchschnittliche Mogelpackung auf, was der Schreibende mindestens zweimal am Lucerne Festival unangenehm feststellen musste. Leider spielten die Wiener Philharmoniker in der zweiten Januarhälfte 2007 nie in ihrem Haus, weshalb hier keine positive Rezension möglich ist. Die 1812 gegründete Gesellschaft der Musikfreunde, kurz Musikverein genannt, vergab 1867 den Auftrag für ein Konzerthaus an Theophil Hansen, den späteren Erbauer des Parlamentsgebäudes. Im Musikverein lehrten einst Gustav Mahler und Hugo Wolf. Hier dirigierten von Furtwängler über Karajan zu Abbado fast alle herausragenden Maestros. Dank seiner Schuhboxform ist der Goldene Saal weltweit für seine herausragende Akustik bekannt. Musikverein, Neujahrskonzert. Photo © WienTourismus / Terry Wien.


Die Staatsoper gehört zu den führenden Opernhäuser der Welt. Auf den ersten Operndirektor, Franz Schalk, folgten klangvolle Namen wie Gustav Mahler, Richard Strauss, Herbert von Karajan und Karl Böhm. Die Staatsoper wurde von 1861 bis 1869 nach Plänen von August von Siccardsburg und Eduard van der Nüll im Stil des Renaissance-Historismus erbaut und 1869 als Hofoperntheater mit Mozarts Don Giovanni eröffnet. Da lebten die Architekten nicht mehr. Der Hohn und Spott der Zeitgenossen trieb van der Nüll 1868 in den Selbstmord; Siccardsburg starb nur zwei Monate nach seinem Kollegen an einem Schlaganfall. 1945 wurde die Staatsoper von alliierten Bomben getroffen und brannte aus. Einzig die prunkvolle Feststiege, das Foyer und der Teesalon mit seinen wertvollen Tapisserien blieben 1945 unversehrt. Die Staatsoper wurde bis 1955 originalgetreu wieder aufgebaut und dabei mit einem modernisierten Bühnenbereich ausgestattet. Die Wiener Operntradition am Kaiserhof reicht ins 17. Jahrhundert zurück. Seit ihrer Gründung 1842 sind die Wiener Philharmoniker das Hausorchester der Staatsoper. Das Foto zeigt die Staatsoper bei Nacht. Hier findet der weltberühmte Opernball statt. Photo © WienTourismus / Willfried Gredler-Oxenbauer.


Das Theater an der Wien wurde 1801 eröffnet und danach mehrfach umgebaut. Das Papageno-Tor in der Millöckergasse zeigt den ersten Theaterdirektor und Librettisten der Zauberflöte, Emanuel Schikaneder, in der Rolle des Papageno. Im Theater an der Wien wurden Beethovens einzige Oper, Fidelio (1805), Dramen von Grillparzer, Nestroy und Raimund sowie zahlreiche Operetten von Strauss, Léhar und Franz von Suppé uraufgeführt. Von den 1990er Jahren an wurde es zur Musicalbühne, um im Mozartjahr 2006 wieder zur alten Bestimmung als Oper zurückzukehren. Photo © WienTourismus / Wolfgang Simlinger.

Ausgewählte Reiseangebote. - Alle Aktionen bei Amazon.de.




Der Stephansdom mit seinem 137 Meter hohen Südturm fotografiert aus der Vogelperspektive. Die Dom- und Metropolitankirche St. Stephan ist Österreichs bedeutendstes gotisches Bauwerk. Die Ursprünge dieses Sakralbaus liegen im 12. Jahrhundert. Die erste romanische Kirche wich im 13. Jahrhundert einem spätromanischen Bauwerk, von dem noch das Riesentor und die Heidentürme erhalten sind. Der Umbau zur gotischen Kirche erfolgte durch Herzog Rudolf IV. von Habsburg im 14. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen unter anderem die Eligius-, die Tirna- und die Katharinenkapelle. Die Tirnakapelle ist die Grabkapelle des Türkenbezwingers Prinz Eugen. Seit 1722 ist der Stephansdom eine erzbischöfliche Kathedralkirche. In den letzten Kriegstagen 1945 brannte das Dach des Domes, die Gewölbe von Mittelchor und rechtem Seitenchor stürzten ein, die Türme brannten aus. Die Wiederaufbau- und Restaurierungsarbeiten dauerten von 1948 bis 1962 und waren ein gesamtösterreichisches Gemeinschaftswerk, zu dem jedes Bundesland seinen Teil beisteuerte. Foto © Wien Tourismus / Popelka & Popelka.

In der Kaisergruft oder Kapuzinergruft wurden mit wenigen Ausnahmen fast alle österreichischen Herrscher beigesetzt. Die neuen Grüfte sind chronologisch geordnet. Nicht nur Sarkophage sind zu bestaunen, sondern auch die Eingeweide der Herrscherfamilien - nichts für schwache Herzen. Die letzte Beisetzung liegt übrigens nicht so weit zurück, da die 1989 verstorbene ehemalige Kaiserin Zita von Habsburg in der Kapuzinergruft ihre letzte Ruhe fand.


Das Heeresgeschichtliche Museum ist einen Besuch wert. Es ist der älteste geplante Museumsbau der Stadt Wien. Den Bauauftrag gab Kaiser Franz Joseph I. Die Architekten Ludwig Förster und Theophil Hansen erstellten von 1850 bis 1857 ein von maurisch-byzantinischen Palastbauten inspiriertes Museumsgebäude. Die Objekte reichen vom Ausbruch des Dreissigjährigen Krieges über den Spanischen Erbfolgekrieg und die Türkenkriege, die Periode Prinz Eugens und Maria Theresias, das Zeitalter Napoleons und der Franzosenkriege, der Regierungszeit von Kaiser Franz Joseph und zur Geschichte der k.u.k. Armee bis zum Ersten Weltkrieg. Der letzte Abschnitt der Dauerausstellung unter dem Titel "Republik und Diktatur" widmet sich dem Weg über die Zwischenkriegszeit und den Zeiten Weltkrieg in die Zweite Republik. Uniformen, Fahnen, Waffen, Schiffsmodelle und die Marinegeschichte sowie eine der grössten und bedeutendsten Geschützsammlung der Welt locken Touristen. Zumindest bis vor einigen Jahren - 2007 war ich nicht im Museum - schien bei der Präsentation viel verklärende k.u.k. Nostalgie durch. Das Photo zeigt den Haupteingang des Museums. Foto © Heeresgeschichtliches Museum Wien.


Mein Lieblingsausstellungsstück ist der Wagen, in dem das Thronfolgerpaar, Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie Gräfin Chotek, am 28. Juni 1914 den Schüssen eines serbischen Attentäters zum Opfer fielen. Es ist der Tag, an dem die Serben 1389 von den Türken auf dem Amselfeld geschlagen wurden. Da Bosnien von Österreich-Ungarn annektiert worden war, wurde der Besuch der bosnischen Hauptstadt Sarajevo durch das Thronfolgerpaar an diesem symbolischen Tag von vielen Serben als Provokation empfunden. Der Doppelmord löste den Ersten Weltkrieg aus. Neben dem Unglücksfahrzeug besitzt das Heeresgeschichtliche Museum auch den blutigen Uniformrock des Thronfolgers sowie Fotos und Dokumente, die das Attentat dokumentieren. Photo © Heeresgeschichtliches Museum Wien.


Von der Hofburg aus regierten die Habsburger ihren Vielvölkerstaat. Sechs Jahrhunderte lang war die kaiserliche Burg in der Inneren Stadt die Residenz von Österreichs Herrschern. Heute ist die Hofburg der Amtssitz des Österreichischen Bundespräsidenten. Der aus 18 Gebäuden und 2600 Räumen bestehende Komplex weist Bauteile aus der Gotik, Renaissance, dem Barock, Rokoko, Klassizismus und der Gründerzeit auf. Das Foto zeigt die Sicht auf die Hofburg vom mit Herkulesstatuen flankierten Michaelertor her. Photo © WienTourismus / Gerhard Weinkirn.


Die Österreichische Nationalbibliothek wurde von Österreichs bedeutendstem Baumeister des Barock, Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723), gestaltet. Der gebürtige Grazer, der in Rom im Umkreis von Bernini arbeitete, ehe er in seine Heimat zurückkehrte, hat unter anderem Schloss Schönbrunn, das Winterpalais des Prinzen Eugen und Teile des Scharzenbergpalais geschaffen. Unter den Wiener Profanbauten steht die von Fischer von Erlachs Sohn vollendete Hofbibliothek, die heutige Nationalbibliothek, an erster Stelle. Von 1723 bis 1726 von Vater und Sohn errichtet, wurde sie 1763 bis 1769 von Nikolaus Pacassi leicht verändert. Der ursprünglich freistehende hochbarocke Prunkbau ist seit 1760 durch den 1992 bei einem Grossbrand schwer beschädigten und danach wieder aufgebauten Redoutentrakt mit der Hofburg verbunden. Die Österreichische Nationalbibliothek. Photo © WienTourismus / MAXUM.


Der Zentralfriedhof mit der Dr.-Karl-Lueger-Kirche zieht Wiener und Touristen wie Motten das Licht an. Hier ruhen Komponisten wie Beethoven, der 1827 auf dem Währinger Friedhof beigesetzt und dessen Gebeine erst 1888 auf den Zentralfriedhof überführt wurden, Schauspieler wie Hans Moser, Kulturkritiker wie Karl Kraus und Schriftsteller wie Arthur Schnitzler. Die Liste aller Berühmtheiten würde einen ganzen Artikel füllen. Den Wienern wird ein morbider Hang zum Totenkult - nichts geht über eine "schöne Leich" - und ein entsprechender Humor nachgesagt. Georg Kreisler dichtete dazu: "Der Tod, das muss ein Wiener sein..." Helmut Qualtinger bemerkte: "In Wien musst erst sterben, damit sie dich hochleben lassen. Aber dann lebst lang." Das Foto zeigt die Dr.-Karl-Lueger-Kirche im Zentralfriedhof; Lueger war ein notorisch antisemitischer Bürgermeister Wiens, dem gleichzeitig viele Verdienste zukommen. Photo © WienTourismus / Nanja Antonczyk.

Baedeker Allianz Reiseführer Wien, 2005, 286 S. Der Baedeker ist der ideale Reiseführer für Kunst- und Geschichtsinteressierte. Zahlreiche der obigen Informationen sind diesem Führer entnommen. Bestellen bei Amazon.de.


Der Stephansdom im Winter, Haas Haus. Fotografie © WienTourismus / Karl Thomas.
 
Deutsch Politik Geschichte Kunst Film Musik Lebensart Reisen
English Politics History Art Film Music Lifestyle Travel
Français Politique Histoire Arts Film Musique Artdevivre Voyages

Index  Advertise  Werbung  Links  Feedback
© Copyright www.cosmopolis.ch  Louis Gerber  All rights reserved.