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Das Grand Hotel National Luzern
Artikel vom März 2002
 

Das am See gelegene Grand Hotel National Luzern gehört zu den beeindruckendsten Gebäuden in Luzern. Das vom 1890 verstorbenen Oberst Pfyffer 1870 erbaute und 1871 eröffnete Hotel wurde in den Jahren 1873 bis 1882 vom weltweit berühmtesten Hotelier aller Zeiten, Cäsar Ritz (1850-1918), geführt.
 

Die Suite 306 des Grand Hotel National Luzern mit Seeblick, in der Cosmopolis zu Gast war. Das obige Foto zeigt nur einen Ausschnitt der Suite. Auf der gegenüberliegenden Seeseite, rund zwanzig Gehminuten entfernt, liegt das von Jean Nouvel erbaute KKL, in dem im Sommer das weltberühmte Lucerne Festival stattfindet, über das Cosmopolis regelmässig berichtet.
 

Die Bar des Grand Hotel National Luzern, in dem einst der französische Meisterkoch Georges Auguste Escoffier (1846-1935) tätig war, der als Schöpfer der feinen modernen Kochkunst gilt. Von ihm stammt Le guide culinaire von 1903 (dt: Kochkunstführer). Es war Cäsar Ritz (1850-1918), der ihn nach Luzern geholt hatte. Ritz und Escoffier arbeiteten zusammen in den Sommersaisons der Jahre 1875-1882 im Grand Hotel National Luzern.

Stadtführer & Reiseführer zu Luzern
 

Stadtführer Luzern. Werd Verlag, Zürich, 2001, 235 S. Bestellen bei Amazon.de. English edition: Discover Lucerne. City Guide, 2001, 235 p. Get it from Amazon.de. Dies ist die Quelle für die nebenstehende Stadtgeschichte. Der Stadtführer enthält daneben eine Stadtbeschreibung sowie praktische touristische Informationen.
 

Baedeker Allianz Reiseführer Schweiz
. 2000, 717 S. Bestellen bei Amazon.de. Der Band enthält zwölf ausführliche Seiten zu Luzern. Ideal für Reisende, die mehrere Städte in der Schweiz besuchen. Im Jahr 1844 erschien übrigens erstmals Baedekers Schweiz, das als "Lieblinsgkind" des Verlagsgründers gilt und sehr erfolgreich war, wie die 39 Neubearbeitungen allein bis 1937 dokumentieren. Die Geschichte von Karl Baedeker und seinem Verlag bestellen bei Amazon.de.
 
Siehe zum weltberühmten Lucerne Festival die Artikel:
- Das Lucerne Festival 2000/IMF 2000 Luzern.
- Das NHK Symphony Orchestra Tokyo am Lucerne Festival 2001.
- The Chicago Symphony Orchestra at the Lucerne Festival 2001.


The KKL concert hall by night. Photo copyright: Luzern Tourismus.


The KKL concert hall. Photo copyright: Georg Anderhub, Lucerne Festival.
 

Die Stadtgeschichte von Luzern
Artikel vom März 2002 - beruhend auf dem Stadtführer Luzern aus dem Werd Verlag
 

Luzern ist an der Stelle gelegen, wo die Reuss den See verlässt. Ihr Aufstieg als Markt- und Umschlagplatz begann im 12. Jahrhundert, als an der schmalsten Stelle der Reuss eine Brücke gebaut wurde und besonders als nach 1200 der Gotthardpass als Verbindung zu Italien begehbar wurde.
 
Als politisches Gemeinweisen entstand die Stadt Luzern vom 12. bis 14. Jahrhundert in der Auseinandersetzung zwischen der städtischen Siedlung nördlich und südlich der Reussbrücke mit ihrem Markt sowie dem bereits um 750 gegründeten Benediktinerkloster St. Leodegar im Hof, das Mitte des 9. Jahrhunderts unter die Herrschaft der elsässischen Abtei Murbach gelangt war und ein geschlossenes Herrschaftsgebiet am unteren Ende des Sees sowie an der Reuss besass.
 
Um 1300 setzte ein Aufschwung ein. Die Stadt wurde zum zentralen Markt zwischen den Alpentälern und dem Mittelland sowie die Schlüsselstelle im wachsenden Gotthardverkehr. Um 1291 gingen die klösterlichen Rechte an Habsburg über, wodurch Luzern und seinem Vorland drohte, Teil des wachsenden Habsburger Territorialstaats zu werden, denn nach dem Aussterben der Lenzburger, Kyburger und Staufer waren sie das letzte mächtige Adelsgeschlecht im Alpenvorland.
 
Gegen diese zunehmende Bedrohung suchte Luzern bei den Länderorten weiter oben am See Schutz, da sie alle nach lokaler Selbständigkeit gegenüber Habsburg strebten. So wurde am 7. November 1332 der "Ewige Bund" zwischen Luzern und den drei reichsfreien Waldstätten Uri, Schwyz und Unterwalden geschlossen, gemäss den Autoren des Werd-Reiseführers die wohl originellste Tat in der 800-jährigen Geschichte Luzerns, da es sonst nirgendwo in Europa eine dauerhafte Verbindung zwischen einer Stadt und einem Bauernbund gab. Bereits zwanzig Jahre später schlossen sich Zürich, Zug und Bern dem Bündnis an, das zum Kern der Schweizerischen Eidgenossenschaft wird.
 
Mit dem Sieg 1386 in der Schlacht bei Sempach über das Reiterheer Herzog Leopolds von Österreich endeten die habsburgischen Staatsbemühungen im helvetischen Raum. Gleichzeitig war die Zeit des Rittertums vorbei. Für Luzern begannen drei Jahrzehnte der raschen Expansion durch Eroberung, Kauf oder Verburgrechtung, an deren Ende im wesentlichen das heutige Kantonsgebiet feststand. Die Stadtrepublik war vom Glück begünstigt und erlebte eine friedliche Entwicklung. Luzern selbst nahm an Eroberungszügen teil, wodurch sich die Stadt Mitsprache und Nutzniessung an den eidgenössischen Vogteien im Aargau und Thurgau, im Rheintal und im Tessin erwarb.
 
Um 1350 wütete allerdings auch die Pest. Zusammen mit den Kriegen bewirkte der Schwarze Tod einen Rückgang der Stadtbevölkerung um 40%. Auch die Landschaft war davon betroffen, erholte sich aber rascher. Erst um 1570 dürften Stadt und Land Luzern wieder die Bevölkerungszahl von 1300 erreicht haben, nämlich rund 30,000.
 
Von Norden kamen vor allem Getreide, Salz und Wein aus dem Elsass auf den Luzerner Markt; der Süden lieferte Waren aus Italien und dem Orient, darunter edle Stoffe und begehrte Gewürze. Neben der wichtigen Funktion im Fernhandel spielte Luzern die Rolle des zentralen Marktes als Scharnier zwischen dem "Getreideland" im Norden und dem "Weideland" in den Alpen und Voralpen, wo die Viehzucht im Spätmittelalter vorherrschend wurde, wodurch die Bauern auf Getreide und Salz vom Luzerner Markt angewiesen wurden, wofür sie vor allem Butter, Käse und Vieh anboten.
 
Luzern wurde zu einem Durchgangsort für Kaufleute, Pilger und Handwerksgesellen. Als im 14. Jahrhundert im Ausland die Nachfrage nach Schweizer Söldnern stieg, griffen vermehrt Luzerner nach dieser Erwerbsmöglichkeit. Zwischen 1400 und 1800 sollen rund 50,000 von ihnen in Mailand, Rom, Neapel sowie am spanischen und französischen Königshof Dienst geleistet haben. Aus der Stadt stammten vor allem Offiziere, während die meisten einfachen Soldaten aus der Luzerner "Landschaft", dem Untertanengebiet, stammten. Vor allem die Offiziere brachten einen neuen Geschmack, so in der Mode, im Baustil oder im Kulinarischen, in ihre Heimatstadt.
 
Luzern stand allerdings mit dem Rücken zum Mittelland, von wo im 18. und 19. Jahrhundert die modernen politischen und wirtschaftlichen Strömungen kamen. Die Stadt wurde nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geistig und kulturell vom Süden her dominiert. Die katholische Kirche war vom 16. bis 18. Jahrhundert die prägende Kraft. Die Reformation, die ab 1519 in der Schweiz wirkte, hatte in Luzern, das nach Süden orientiert war, keine Chance, nicht zuletzt wegen Zwinglis Ablehnung der Solddienste, der Haupteinnahmequelle der führenden Luzerner Familien, aber auch Rationalismus und Askese blieben der sinnenfreudigen katholischen Bevölkerung fremd.
 
1574 errichteten die Jesuiten in der Kleinstadt Luzern ein Kollegium und übten für 200 Jahre - sowie nochmals kurz im 19. Jahrhundert - einen starken Einfluss auf das geistige und politische Leben aus. Als imposantes architektonisches Zeugnis jener Zeit wirkt die um 1670 am linken Reussufer erbaute Kirche. Seit 1579 residierte der päpstliche Nuntius in der Stadt, die von da an bis Anfang des 18. Jahrhunderts nicht nur der unbestrittene Vorort der katholischen Schweiz, sonder zeitweise der gesamten Eidgenossenschaft war.
 
Die Zeit der Revolutionen begann für Luzern im Jahr 1798, als mit dem Einmarsch der französischen Truppen das Ende der Patrizierherrschaft kommt. Von Oktober 1798 bis Mai 1799 war die Stadt der Sitz der helvetischen Regierung. 1814 erfolgte ein Staatsstreich aristokratischer Kreise, welche die Restauration durchsetzten. Ab 1826 wurden allerdings auch reformierte Gottesdienste abgehalten. 1831 entstand die liberale Regenerationsbewegung und eine zögernde Industrialisierung setzte ein. 1841 trat eine konservative Verfassung in Kraft. Gleichzeitig entstand eine demokratisch-ländliche Bewegung gegen die Dominanz der Stadt. 1844 kehrten die Jesuiten nach Luzern zurück. 1845 gründeten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Solothurn den Sonderbund.
 
Im November 1847 fand der Sonderbundskrieg statt, der weniger als 100 Tote forderte. Er endete mit der Kapitulation Luzerns vor den eidgenössischen Truppen und führte zur Gründung des schweizerischen Bundesstaates. Die Liberalen dominierten nun in Luzern, die Jesuiten wurden ausgewiesen und einige Klöster aufgehoben. Doch die politischen Kämpfe in der Stadt zwischen konservativen und progressiven Kräften dauerten an. Noch 1871 kam es zu einem konservativen Umschwung, ehe 1875 die bis heute gültige demokratische Verfassung in Kraft trat. Doch Luzern blieb im Verhältnis zur restlichen Schweiz lange von der Landwirtschaft überdurchschnittlich geprägt. Noch 1910 waren 40% der Erwerbstätigen Bauern; heute sind es noch immer 7,5%, etwa doppelt so viele wie im schweizerischen Durchschnitt. 1842 entstehen die Moos'schen Eisenwerke, 1844 die Maschinenfabrik Bell in Kriens, 1872 die Paperfabrik Perlen und 1874 die weltbekannte Aufzügefabrik Schindler.
 
Um 1800 kam das Reisen zu Bildungs- und Vergnügungszwecken auf, womit Luzerns neue Rolle als Fremdenstadt einsetzte, die bis prägend ist. Vom Dienst in der Fremde wechselten die Luzerner zum Dienst an den Fremden. 1837 fuhr das erste Dampfschiff auf dem Vierwaldstättersee. Zwischen 1845 und 1910 entstanden die monumentalen Hotels Schweizerhof, National, Palace, Montana sowie der Kursaal. Im Jahrzehnt nach 1855 verschwanden leider insgesamt zwanzig Tore und Türme sowie Teile der Stadtmauer und die Sust. Die Hofbrücke wurde in drei Etappen zwischen 1834 und 1854 Opfer des touristischen Booms. Dennoch ist Luzern noch heute eine der schönsten Städte der Schweiz, vor allem, weil ab 1949 ein Umdenken einsetzt und die Pflege der historischen Bausubstanz in den folgenden Jahrzehnten als wichtige (nicht nur touristische) Aufgabe erkannt wird.
 
1856 kam die Eisenbahn. 1882 wurde die Gotthardbahn gebaut, welche Luzern umfuhr, wodurch die Stadt ihre seit dem 13. Jahrhundert bestandene Stellung als wichtiger Handelplatz im Nord-Süd-Verkehr über die Alpen verlor. Dadurch bekam der Tourismus eine noch wichtigere Stellung. 1889 wurde die Brünig- und Pilatusbahn eröffnet. 1894/95 wurde der Bahnhof neu gebaut und (erst) 1897 erfolgte der Anschluss an die Gotthardbahn.
 
Die Bevölkerung Luzerns stieg von 1800 bis 1970 von 4000 auf fast 70,000; seither hat sie um knapp zwanzig Prozent abgenommen. Zum Teil zogen die Menschen in die Vororte. Rund 85% der Vollzeitstellen Luzerns entfallen heute auf den Dienstleitungssektor. Im Industriesektor sind nur noch 15,7% der Vollbeschäftigten tätig, gegenüber noch stattlichen 47% im Jahr 1955. Rund 57% der Stellen oder 28,000 Arbeitskräfte reisen täglich als Pendler von auswärts in die Stadt, während nur rund 10,000 Luzerner anderswo zur Arbeit gehen.
 
Nach den Einbrüchen zwischen 1986 und 1991wächst der Tourismus in Luzern wieder. 1999 kamen 508,000 Gäste nach Luzern, 77% davon aus dem Ausland. Der Rekord von 1,045,000 Übernachtungen aus dem Jahr 1984 wurde jedoch noch nicht ganz erreicht. Die ausländischen Gäste kommen vor allem aus den USA, Deutschland, England und Japan.
 

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