Der Tourismus in Zermatt
Geschichte und Entwicklung der
Region am Matterhorn -
Alpinismus, wandern, skifahren, bergsteigen
Artikel
vom 18. März 2003

Rothornbahn mit Matterhorn. Foto
Copyright: Zermatt Bergbahnen.
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Klein Matterhornbahn. Foto Copyright: Zermatt Bergbahnen.
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Die Quellen für den nebenstehenden Artikel
Das Zermatt Gemeinde-Lexikon von 1992 sowie Zermatt Tourismus.
Siehe auch die Artikel zur Geschichte von Zermatt,
zum Grand
Hotel Zermatterhof sowie zum Glacier
Express.
Hotels weltweit und
weitere Artikel zum Thema Reisen.
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Die Verkehrsentwicklung der Region Zermatt kann bis in die Zeit der Römer
zurückverfolgt werden. Damals führte eine Verbindungsstrasse von Rom
über den Augstpass (heute Theodulpass) nach Zermatt. Später entstanden
weitere Verbindungswege vom Eringer- und Efischtal über Zmutt sowie vom
Zinal über das Triftjoch nach Zermatt.
Mit dem Anwachsen der Gletscher im 19. Jahrhundert wurde die Überquerung
des Thedolpasses und Benutzung der Handelswege, die nicht durch das
Zermattertal führten, immer schwieriger. Der Hauptverkehr verlagerte sich
daher auf die Talverbindung.
Die ersten Touristen kamen bereits 1780 über den Theodulpass nach
Zermatt. Die Entdeckung und Entwicklung des Tourismus im inneren
Nikolaital, das heute Zermattertal heisst, ist mit der Erstbesteigung des
Klein Matterhorns und des Theodulhorns im Jahr 1792 durch den Genfer
Gelehrten Horace-Bénédict de Saussure verbunden. Er bestimmte erstmals
trigonometrisch die Höhe des Matterhorns auf 4501.7 Meter. Durch sein Wirken wurde
die Region bekannter.
Der Tourismus setzte ab 1820 langsam ein. Auf
Anregung von Pfarrer Josef Ruden (1817-1882) eröffnete 1838 der Zermatter Wundarzt Josef
Lauber unter dem Namen "Hotel Mont Cervie" (später in
"Monte Rosa" umbenannt) das erste Gasthaus mit sechs Betten. Bis
dahin waren die Pfarrherren die Gastgeber der fremden Besucher gewesen.
Der Hotelpionier Alexander Seiler aus Goms wollte sich 1850 auch in Zermatt
niederlassen, wogegen sich die Burger heftig wehrten. Seiler setzte sich mit der
Hilfe einer neuen politischen Führung durch - und Zermatts Aufstieg als
Tourismusdestination begann richtig.
Der Weitsicht der Hotelierfamilie Seiler verdankt das 1958 eröffnete
Alpine Museum eine eindrückliche Sammlung von Fotos, von authentischen
Ausrüstungsgegenständen und Relikten von Bergunfällen aus dem
"goldenen Zeitalter des Alpinismus". Daneben bietet das Alpine
Museum Informationen zur Alpenfauna und -flora, eine Sammlung der im Tal
verbreiteten Schmetterlinge, zwei massgetreue Reliefs vom Matterhorn
(1:5000) und vom Mattertal (1:25000), eine Mineraliensammlung, eine am
Theodulpass gefundene Steinaxt aus dem Neolithikum (3. Jahrtausend v.
Chr.), römische Goldmünzen aus Valtournenche, Küche, Schlafraum und
Sennerei mit Gerät aus alter Zeit, Informationen zur lokalen Politik, zu
den Anfängen des Tourismus, zur einheimischen Pickelfabrikaton und zum
Skilaufen.
Von 1813 bis 1865 wurde nacheinander alle Viertausender der Region bestiegen. Das
goldene Zeitalter des Alpinismus von 1855 bis 1894 verzeichnete 58
Erstbesteigungen und 47 Ersttraversierungen im Bergmassiv des inneren
Nikolaitals.
1865 kam es zur Erstbesteigung des Matterhorns, dem letzten
noch zu bewingenden Viertausender durch Edward Whymper, Lord Douglas,
Hadow, Rev. Hudson, Michel August Croz, Peter Taugwalder senior und Peter
Taugwalder junior. Beim Abstieg stürzten vier von sieben
Männern der Seilschaft von Edward Whymper in den Tod. Durch die Tragödie
war das Matterhorn plötzlich in aller Munde, und der eigentliche
Alpinismus-Boom setzte ein.
1891 nahm die Visp-Zermatt-Bahn den Sommerbetrieb mit Dampflokomotiven auf. 1894 versuchte der Hotelier Alexander Seiler den Wintersport in Zermatt
einzuführen. 1898 wurde die Gornergratbahn eröffnet. In jenem Jahr kamen
mit dem Basler Robert Helbling und dem Deutschen Wilhelm Paulke die ersten
Skifahrer nach Zermatt. Bereits vier Jahre später fand der erste Skikurs
für Bergführer statt. 1908 folgte die Gründung des Ski-Clubs. Bald
frönten nicht nur Bergführer und Schäfer, sondern fast die gesamte
Bevölkerung dem neuen Freizeitvergnügen. 1923-26 fanden internationale
Skirennen in Theodul statt. 1930 fand die Jungfernfahrt des Glacier-Express
statt.
Der Wintersporttourismus nahm 1933 mit der Aufnahme des Winterbetriebes
durch die Visp-Zermatt Bahn seinen eigentlichen Anfang. Ab den 1940er
Jahren wird das Ski- und Wandergebiet mit mechanischen Transportmitteln
umfassend erschlossen. 1968 erfolgte die Gründung der Air Zermatt, die
zugleich dem Rettungsdienst und dem Tourismus dient.
Der Kurort Zermatt besitzt heute drei gut ausgebaute Skigebiete: Sunnegga
- Blauherd - Unter Rothorn; Gornergrat - Stockhorn; Schwarzsee - Trockener
Steg - Klein Matterhorn. Im Februar 2002 schlossen sich die
Matterhornbahnen AG, die Zermatter Rothornbahn AG, die Standseilbahn
Zermatt-Sunnegga AG und die Sport Area der Gornergrat - Monte Rosa -
Bahnen zu einer der grössten Schweizer Seilbahngesellschaften zusammen,
der Zermatt Bergbahnen AG.
Bereits 1931 wurde ein kantonales Verbot zur Sperrung der Strasse von St.
Niklaus nach Zermatt für den allgemeinen Automobilverkehr für die Dauer
von fünfzehn Jahren erlassen. Bereits 1947 fuhr das erste Elektroauto
nach Zermatt. Weitere Etappen der verkehrsfreien
Entwicklung von Zermatt sind u.a. der Beschluss des Gemeinderates von
1961, am bestehenden Verbot festzuhalten und die Autos nur bis nördlich
des Dorfes fahren zu lassen. 1972 lehnte die Urversammlung den Ausbau der
Strasse von Täsch nach Zermatt für den allgemeinen Motorfahrzeugverkehr
bis zum Eingang von Zermatt mit 405 Ja- zu 937 Nein-Stimmen klar ab. 1988
eröffnete die Gemeinde entlang der Uferstrasse eine Elektrobus-Linie.
Zermatt ist deshalb heute, abgesehen von Elektrofahrzeugen, autofrei.
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