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Der Tourismus in Zermatt
Geschichte und Entwicklung der Region am Matterhorn - Alpinismus, wandern, skifahren, bergsteigen
Artikel vom 18. März 2003

Die Verkehrsentwicklung der Region Zermatt kann bis in die Zeit der Römer zurückverfolgt werden. Damals führte eine Verbindungsstrasse von Rom über den Augstpass (heute Theodulpass) nach Zermatt. Später entstanden weitere Verbindungswege vom Eringer- und Efischtal über Zmutt sowie vom Zinal über das Triftjoch nach Zermatt.
 
Mit dem Anwachsen der Gletscher im 19. Jahrhundert wurde die Überquerung des Thedolpasses und Benutzung der Handelswege, die nicht durch das Zermattertal führten, immer schwieriger. Der Hauptverkehr verlagerte sich daher auf die Talverbindung.
 
Die ersten Touristen kamen bereits 1780 über den Theodulpass nach Zermatt. Die Entdeckung und Entwicklung des Tourismus im inneren Nikolaital, das heute Zermattertal heisst, ist mit der Erstbesteigung des Klein Matterhorns und des Theodulhorns im Jahr 1792 durch den Genfer Gelehrten Horace-Bénédict de Saussure verbunden. Er bestimmte erstmals trigonometrisch die Höhe des Matterhorns auf 4501.7 Meter. Durch sein Wirken wurde die Region bekannter.
 
Der Tourismus setzte ab 1820 langsam ein. Auf Anregung von Pfarrer Josef Ruden (1817-1882) eröffnete 1838 der Zermatter Wundarzt Josef Lauber unter dem Namen "Hotel Mont Cervie" (später in "Monte Rosa" umbenannt) das erste Gasthaus mit sechs Betten. Bis dahin waren die Pfarrherren die Gastgeber der fremden Besucher gewesen.
 
Der Hotelpionier Alexander Seiler aus Goms wollte sich 1850 auch in Zermatt niederlassen, wogegen sich die Burger heftig wehrten. Seiler setzte sich mit der Hilfe einer neuen politischen Führung durch - und Zermatts Aufstieg als Tourismusdestination begann richtig.
 
Der Weitsicht der Hotelierfamilie Seiler verdankt das 1958 eröffnete Alpine Museum eine eindrückliche Sammlung von Fotos, von authentischen Ausrüstungsgegenständen und Relikten von Bergunfällen aus dem "goldenen Zeitalter des Alpinismus". Daneben bietet das Alpine Museum Informationen zur Alpenfauna und -flora, eine Sammlung der im Tal verbreiteten Schmetterlinge, zwei massgetreue Reliefs vom Matterhorn (1:5000) und vom Mattertal (1:25000), eine Mineraliensammlung, eine am Theodulpass gefundene Steinaxt aus dem Neolithikum (3. Jahrtausend v. Chr.), römische Goldmünzen aus Valtournenche, Küche, Schlafraum und Sennerei mit Gerät aus alter Zeit, Informationen zur lokalen Politik, zu den Anfängen des Tourismus, zur einheimischen Pickelfabrikation und zum Skilaufen.
 
Von 1813 bis 1865 wurde nacheinander alle Viertausender der Region bestiegen. Das goldene Zeitalter des Alpinismus von 1855 bis 1894 verzeichnete 58 Erstbesteigungen und 47 Ersttraversierungen im Bergmassiv des inneren Nikolaitals.
 
1865 kam es zur Erstbesteigung des Matterhorns, dem letzten noch zu bezwingenden Viertausender durch Edward Whymper, Lord Douglas, Hadow, Rev. Hudson, Michel August Croz, Peter Taugwalder senior und Peter Taugwalder junior. Beim Abstieg stürzten vier von sieben Männern der Seilschaft von Edward Whymper in den Tod. Durch die Tragödie war das Matterhorn plötzlich in aller Munde, und der eigentliche Alpinismus-Boom setzte ein.
 
1891 nahm die Visp-Zermatt-Bahn den Sommerbetrieb mit Dampflokomotiven auf. 1894 versuchte der Hotelier Alexander Seiler den Wintersport in Zermatt einzuführen. 1898 wurde die Gornergratbahn eröffnet. In jenem Jahr kamen mit dem Basler Robert Helbling und dem Deutschen Wilhelm Paulke die ersten Skifahrer nach Zermatt. Bereits vier Jahre später fand der erste Skikurs für Bergführer statt. 1908 folgte die Gründung des Ski-Clubs. Bald frönten nicht nur Bergführer und Schäfer, sondern fast die gesamte Bevölkerung dem neuen Freizeitvergnügen. 1923-26 fanden internationale Skirennen in Theodul statt. 1930 fand die Jungfernfahrt des Glacier-Express statt.
 
Der Wintersporttourismus nahm 1933 mit der Aufnahme des Winterbetriebes durch die Visp-Zermatt Bahn seinen eigentlichen Anfang. Ab den 1940er Jahren wird das Ski- und Wandergebiet mit mechanischen Transportmitteln umfassend erschlossen. 1968 erfolgte die Gründung der Air Zermatt, die zugleich dem Rettungsdienst und dem Tourismus dient.
 
Der Kurort Zermatt besitzt heute drei gut ausgebaute Skigebiete: Sunnegga - Blauherd - Unter Rothorn; Gornergrat - Stockhorn; Schwarzsee - Trockener Steg - Klein Matterhorn. Im Februar 2002 schlossen sich die Matterhornbahnen AG, die Zermatter Rothornbahn AG, die Standseilbahn Zermatt-Sunnegga AG und die Sport Area der Gornergrat - Monte Rosa - Bahnen zu einer der grössten Schweizer Seilbahngesellschaften zusammen, der Zermatt Bergbahnen AG.
 
Bereits 1931 wurde ein kantonales Verbot zur Sperrung der Strasse von St. Niklaus nach Zermatt für den allgemeinen Automobilverkehr für die Dauer von fünfzehn Jahren erlassen. Bereits 1947 fuhr das erste Elektroauto nach Zermatt. Weitere Etappen der verkehrsfreien Entwicklung von Zermatt sind u.a. der Beschluss des Gemeinderates von 1961, am bestehenden Verbot festzuhalten und die Autos nur bis nördlich des Dorfes fahren zu lassen. 1972 lehnte die Urversammlung den Ausbau der Strasse von Täsch nach Zermatt für den allgemeinen Motorfahrzeugverkehr bis zum Eingang von Zermatt mit 405 Ja- zu 937 Nein-Stimmen klar ab. 1988 eröffnete die Gemeinde entlang der Uferstrasse eine Elektrobus-Linie. Zermatt ist deshalb heute, abgesehen von Elektrofahrzeugen, autofrei.


Rothornbahn mit Matterhorn. Foto Copyright: Zermatt Bergbahnen.
 

Klein Matterhornbahn. Foto Copyright: Zermatt Bergbahnen.
 
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- Hans Eckart Rübesamen: Der Glacier Express. St. Moritz - Zermatt. München, Bruckmann, 2001, 96 S. Bestellen bei Amazon.de.
 
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Die Quellen für den nebenstehenden Artikel
Das Zermatt Gemeinde-Lexikon von 1992 sowie Zermatt Tourismus. Siehe auch die Artikel zur Geschichte von Zermatt, zum Grand Hotel Zermatterhof sowie zum Glacier Express.



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